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10.04.2018, 20:53 Uhr KOMMENTAR

Facebook-Chef unter Druck: Das Zuckerberg-Paradoxon

Kommentar von Melanie Heike Schmidt

Unter Druck: Facebook-Chef Mark Zuckerberg musste am Dienstagabend (MEZ) im Rechts- und Handelsausschuss im US-Senat Rede und Antwort stehen. Einziges Thema: Umgang mit den Daten der Facebook-Nutzer. Foto: AFPUnter Druck: Facebook-Chef Mark Zuckerberg musste am Dienstagabend (MEZ) im Rechts- und Handelsausschuss im US-Senat Rede und Antwort stehen. Einziges Thema: Umgang mit den Daten der Facebook-Nutzer. Foto: AFP

Osnabrück. Das Online-Netzwerk Facebook ist in die Kritik geraten, viele fragen sich, was mit den Daten der mehr als zwei Milliarden Nutzer geschieht. Eine Antwort liegt auf der Hand: Sie werden ausgewertet, um passgenaue Werbung zu schalten. Und genau deshalb hat Mark Zuckerberg jetzt ein Problem. Ein Kommentar.

Das Bankkonto von Mark Zuckerberg hätten wohl viele gern, doch in der Haut des Facebook-Chefs möchte man aktuell eher nicht stecken. Mehrere Befragungen in US-Ausschüssen muss er überstehen. Es geht um das Herz des Netzwerks: die Nutzer. Die haben ihre Daten Facebook anvertraut. Und sie wurden betrogen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Zuckerberg sich entschuldigen muss. Bislang kam er damit durch. Dieses Mal aber rufen einflussreiche US-Senatoren nach Gesetzesänderungen, was die Geschäfte des Online-Netzwerkes empfindlich treffen könnte. Auch der Rückzug Zuckerbergs wurde bereits gefordert.

Will Zuckerberg die Wogen glätten, muss er sagen, wie er grundsätzlich dem laxen Umgang mit den Daten seiner Facebook-Nutzer ein Ende bereiten will. Doch es gibt ein Problem: Der ökonomische Erfolg von Facebook hängt ab von personalisierter Werbung – und die gibt es nur, wenn auch Daten für Werbekunden gesammelt und ausgewertet werden. Schiebt Zuckerberg hier einen Riegel vor, entzieht er Facebook die Geschäftsgrundlage. Das Phänomen könnte als Zuckerberg-Paradoxon in die Lehrbücher eingehen.

Die Lösung wären Konkurrenten, die Facebook in einen Wettbewerb zwingen würden. Die sind nicht in Sicht – noch nicht.


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