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09.04.2018, 17:12 Uhr KOMMENTAR ZU SYRIEN

Die Hölle auf Erden in Syrien – und kein Ende in Sicht

Kommentar von Katharina Ritzer

Dieses vom Syrischen Zivilschutz, genannt „Weißhelme“, zur Verfügung gestellte Bild zeigt einen Jungen, der ein Beatmungsgerät über den Mund hält. Bei Angriffen der syrischen Armee auf die letzte verbliebene Rebellenhochburg in Ost-Ghuta sind Dutzende Menschen getötet worden. Hilfsorganisationen berichteten von einem mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen. Foto: dpa/Syrian Civil Defense White HelmetsDieses vom Syrischen Zivilschutz, genannt „Weißhelme“, zur Verfügung gestellte Bild zeigt einen Jungen, der ein Beatmungsgerät über den Mund hält. Bei Angriffen der syrischen Armee auf die letzte verbliebene Rebellenhochburg in Ost-Ghuta sind Dutzende Menschen getötet worden. Hilfsorganisationen berichteten von einem mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen. Foto: dpa/Syrian Civil Defense White Helmets

Osnabrück. Wer ist für die jüngsten tödlichen Bombardements in Syrien verantwortlich? Für die Menschen vor Ort spielt die Frage keine Rolle, sie kämpfen einfach nur noch ums Überleben. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Ein Kommentar.

Sieben Jahre. Schon quälend lange sieben Jahre erleben die Menschen in Syrien die Hölle auf Erden. Seit 2011 bombardiert Diktator Assad, der sich selbst zynisch als Präsident aller Syrer bezeichnet, das eigene Volk. Männer, Frauen und Kinder. Fast die Hälfte der noch lebenden Bevölkerung ist vertrieben und irgendwohin auf der Flucht.

In diesen sieben Jahren haben sich die Fronten und Allianzen immer wieder verändert. Russland und der Iran stützen Assad, die USA, Israel und Frankreich drohen ihm. Donald Trump nennt Assad nach dem jüngsten Bombardement ein „Tier“. Und alle Seiten führen einen Krieg der Bilder mit schreienden Kindern nach mutmaßlichen Gasangriffen, mit abgerissen Gliedmaßen, mit Toten über Toten. Unabhängig überprüfen lassen sich weder die Bilder noch die damit verbundenen Schuldzuweisungen, jede Seite traut der anderen jede Barbarei zu.

Und der Rest der Welt? Ist pflichtschuldig betroffen, mahnt lahm mehr Menschlichkeit an. Im Grunde besteht die Reaktion aber seit sieben Jahren in nicht viel mehr als einem Schulterzucken, weil niemand sich mit den mitmordenden Weltmächten anlegen will - und dies ehrlicherweise auch nicht kann. Und so ist ein Ende der Hölle auf Erden für die Menschen in Syrien auch nach sieben Jahren nicht in Sicht. Und je zur Verantwortung gezogen wird dafür vermutlich auch niemand.


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