Fahrzeuge als tödliche Waffen In Europa gab es bereits eine Serie von Angriffen mit Autos und Lkws

Von afp

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Rettungskräfte versorgten Verletzte nach dem Anschlag am 14.07.2016 in Nizza. Am französischen Nationalfeiertag raste in der Hafenstadt ein Attentäter mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge. Foto: Olivier Anrigo/dpaRettungskräfte versorgten Verletzte nach dem Anschlag am 14.07.2016 in Nizza. Am französischen Nationalfeiertag raste in der Hafenstadt ein Attentäter mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge. Foto: Olivier Anrigo/dpa

Berlin. Ein Fahrzeug als tödliche Waffe - nach dem Muster des Angriffs mit dem Kleintransporter in Münster sind in Europa in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Attacken verübt worden.

Die meisten dieser Angriffe hatte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert. Die Hintergründe des Angriffs in Münster waren am Samstagabend noch unklar, laut Medienberichten soll der Täter aber ein psychisch auffälliger Deutscher gewesen sein. Ein Überblick:

Cambrils In der Nacht auf den 18. August 2017 rast ein Auto in eine Menschenmenge im Badeort Cambrils südlich von Barcelona. Das Attentat ereignet sich wenige Stunden nach einem Anschlag in Barcelona mit 13 Toten und mehr als hundert Verletzten. In Cambrils werden sieben Menschen verletzt, unter ihnen ein Polizist. Polizisten erschießen dort fünf mutmaßliche Attentäter.

Barcelona Am 17. August rast ein Lieferwagen gegen 17.00 Uhr auf dem bei Touristen beliebten Boulevard Las Ramblas im Zentrum der Stadt in die Menge. Mindestens 13 Menschen werden getötet, mehr als hundert weitere verletzt. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert die Tat für sich; drei Verdächtige werden festgenommen.

London Am 3. Juni fahren drei Attentäter mit einem Lieferwagen auf der London Bridge in eine Menschenmenge. Anschließend stechen sie mit Messern auf Menschen im nahegelegenen Ausgehviertel rund um den Borough Market ein. Sie töten sieben Menschen und verletzten dutzende weitere, bevor die Polizei die drei Männer erschießt.

Stockholm Am 7. April rast der mutmaßliche Islamist Rachmat Akilow mit einem gestohlenen Lkw in der Innenstadt von Stockholm durch eine Einkaufsstraße. Fünf Menschen werden getötet, der Usbeke wird festgenommen. Akilow gilt als IS-Anhänger.

London Am 22. März fährt der mutmaßlich islamistische Attentäter Khalid Masood auf der Westminster-Brücke in London mit seinem Auto Fußgänger an, bevor er vor dem britischen Parlament einen Polizisten mit einem Messer ersticht. Der 52-Jährige, der zum Islam konvertiert war, tötet dabei fünf Menschen und verletzte dutzende weitere. Er wird von der Polizei erschossen. Die IS-Miliz reklamiert die Tat für sich.

Berlin Am 19. Dezember 2016 verübt der Tunesier Anis Amri einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche. Amri steuert einen Lastwagen in die Besucher des Marktes. Bei dem Anschlag, zu dem sich der IS bekennt, werden zwölf Menschen getötet und mehr als 40 weitere verletzt. Am 23. Dezember wird Amri in Sesto San Giovanni im Großraum Mailand bei einer Polizeikontrolle erschossen.

Nizza Am 14. Juli 2016 rast der Tunesier Mohamed Lahouaiej Bouhlel während der Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag mit einem Lastwagen in die Menschenmenge auf der Strandpromenade in Nizza. 86 Menschen werden getötet, mehr als 400 verletzt. Der IS bekennt sich zu der Tat.

IS-Propagandachef Abu Muhammad al-Adnani hatte im September 2014 seine Anhänger aufgerufen, „Ungläubige“ in westlichen Staaten aus Rache für die Beteiligung ihrer Heimatländer am Kampf gegen den IS zu töten. Er listete verschiedene Möglichkeiten auf, Zivilisten und Soldaten ohne großen logistischen Aufwand zu töten - darunter den Einsatz von Stichwaffen und Fahrzeugen.


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