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06.04.2018, 17:18 Uhr KOMMENTAR

Südkorea statuiert an Ex-Präsidentin Park ein Exempel

Von Thomas Ludwig


TV-Topnachricht in Seoul: Südkoreas Ex-Präsidentin Park soll wegen Korruption 24 Jahre in Haft. Foto: Lee Jin-Man/AP/dpaTV-Topnachricht in Seoul: Südkoreas Ex-Präsidentin Park soll wegen Korruption 24 Jahre in Haft. Foto: Lee Jin-Man/AP/dpa

Osnabrück. Die einstige starke Frau Südkoreas soll für fast ein Vierteljahrhundert hinter Gitter. In Sachen Korruptionsbekämpfung erweist sich die Justiz des Landes im Fall Park Geun Hye einmal mehr als konsequent.

Parks reguläre Amtszeit hätte ursprünglich in diesem Jahr enden sollen. Anstatt den politischen Ruhestand zu genießen, muss die ehemalige Präsidentin Südkoreas nun ins Gefängnis. Mit der verhängten Haftstrafe von fast einem Vierteljahrhundert statuiert die Justiz ein Exempel.

Von der Ikone der Konservativen zur geschassten Staatsführerin – Aufstieg und Fall von Park sind rasant. Die mit ihr bei den Bürgern verbundenen Hoffnungen, das Land nach vorn und dem Brudervolk im Norden wieder näherzubringen, haben sich unter Park nicht erfüllt. Ihre Amtsführung war schon kurz nach Antritt umstritten. Dem Staatsoberhaupt stiegen Macht und Einfluss offenbar zu Kopf, und Park machte sich und Vertrauten den Staat zur Beute.

Zur Zeit ihres autoritär herrschenden Vaters mochte derlei durchgehen. Doch Südkoreas Justiz und Gesellschaft sind nicht gewillt, einen Rückfall in alte Zeiten hinzunehmen. Das Land steht fest auf der Basis von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – was es wohltuend vom diktatorischen Nordkorea unterscheidet. Dass es zwischen zwei so unterschiedlichen Systemen in absehbarer Zeit zu einer Vereinigung kommen könnte, ist also mehr als unwahrscheinlich.

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