Rechtsradikaler Hintergrund Anschläge auf Asylbewerberheime so niedrig wie zuletzt 2014

Von Marion Trimborn

Die Zahl der Anschläge auf Asylbewerberheime ist deutlich gesunkenhat wieder das Niveau von vor der Flüchtlingskrise erreicht. Foto: dpaDie Zahl der Anschläge auf Asylbewerberheime ist deutlich gesunkenhat wieder das Niveau von vor der Flüchtlingskrise erreicht. Foto: dpa

Osnabrück. Es kommen weniger Asylbewerber nach Deutschland. Das Thema ist weniger präsent in der Öffentlichkeit und ist damit auch aus dem Fokus fremdenfeindlicher Straftäter gerückt. Die Anschläge auf Asylbewerberheime in Deutschland sind deutlich zurückgegangen und inzwischen so niedrig wie zuletzt 2014.

Die Zahl der fremdenfeindlichen Anschläge auf Asylbewerberheime ist wieder auf das Niveau von 2014 gesunken - also zur Zeit vor der Flüchtlingskrise. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden bundesweit 28 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte verübt. Das geht aus Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor, die unserer Redaktion vorliegen. Die Angriffe haben sich im Vergleich zu den Vorquartalen etwa halbiert und sind ähnlich niedrig wie 2014.

Meist rechtsradikale Täter

Alle Übergriffe im ersten Quartal hatten einen rechtsradikalen Hintergrund. In den meisten Fällen handelte es sich laut BKA um Propagandadelikte und Schmierereien (11) sowie Sachbeschädigung (10). Die Polizei registrierte aber auch Gewaltdelikte und Volksverhetzung.

Nach dem starken Flüchtlingszuzug ab Spätsommer 2015 waren fremdenfeindliche Anschläge und Überfälle sprunghaft gestiegen. Der Höhepunkt wurde zum Jahreswechsel 2015/2016 erreicht, als es in den einzelnen Quartalen jeweils rund 470 Angriffe auf Flüchtlingsheime gab.

Weniger Asylbewerber, weniger Anschläge

Schon seit fast zwei Jahren ist der Trend kontinuierlich rückläufig. Als Grund dafür gelten vor allem die gesunkenen Asylbewerberzahlen. Im Gesamtjahr 2017 gab es laut BKA deutschlandweit 312 Straftaten gegen Asylunterkünfte, davon fast alle mit rechtsradikalem Hintergrund. Das ist nur noch ein Drittel so viel wie 2015 und 2016, als jedes Jahr noch rund tausend Vorfälle in der Statistik auftauchten. Damals kam es auch vermehrt zu Überfällen, Sprengstoffanschlägen und Brandstiftung.