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05.04.2018, 18:23 Uhr KOMMENTAR

Konsequente Kontrolle bei der Hundehaltung ist im Interesse der Halter

Kommentar von Thomas Ludwig

In der Regel friedlich: Von fast 350 000 in Niedersachsen gemeldeten Hunden gelten gerade mal 460 als gefährlich, das sind rund 0,1 Prozent. Foto: dpaIn der Regel friedlich: Von fast 350 000 in Niedersachsen gemeldeten Hunden gelten gerade mal 460 als gefährlich, das sind rund 0,1 Prozent. Foto: dpa

Osnabrück. Zwei Menschen sind zu Tode gekommen – allem Anschein nach totgebissen vom eigenen Hund. Das ist tragisch. Ein Grund, die bestehenden Gesetze in Niedersachsen zu verschärfen, ist es nicht.

Zwei Menschen sind zu Tode gekommen – allem Anschein nach getötet vom eigenen Hund. So tragisch das ist, so ein Vorfall ist selten wie Schnee im Mai. Ist er also ein Grund, die Gesetze zur Hundehaltung zu verschärfen? Nein.

Die Rechtslage in Niedersachsen trägt dem Bedürfnis nach Sicherheit der Einen und dem Bedürfnis der Anderen, einen treuen Gefährten an der Seite zu wissen, Rechnung. Bürger, die sich einen Hund anschaffen, müssen ihre Eignung theoretisch und praktisch nachweisen. Haltungsverbote sind beim Verstoß gegen die Vorschriften zum Tierwohl schon heute möglich. Wer Hunde ankettet oder in einer Gitterbox in der Wohnung hält, darf sich über Verhaltensauffälligkeiten nicht wundern. Gesetze stoppen Dummheit nicht.

Denunziation des Nachbarn?

Ein Unglück ist immer flankiert von medialer Aufmerksamkeit. Auf sie folgt die politische Debatte, die oft geprägt ist durch populistische Forderungen und wenig Sachverstand. Reflexhaft folgen dann schärfere Gesetze. An deren Umsetzung aber hapert es.

Im Fall der Hundehaltung heißt das: Mehr Kontrolle ist nötig; kommunale Ordnungsdienste sind in der Pflicht, jene aufzuspüren, die sich für die Hundehaltung als ungeeignet erweisen. Denn es kommt auf den Halter an, nicht auf die Hunderasse. Wollen wir nun sofort unseren Nachbarn denunzieren? Eben.

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