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28.03.2018, 18:31 Uhr UMBENENNUNG VON KASERNEN

Traditionserlass: Von der Leyen muss sich mal um die wichtigen Dinge kümmern

Kommentar von Marion Trimborn

Die Bundeswehr sucht sich neue Traditionen. Foto: dpaDie Bundeswehr sucht sich neue Traditionen. Foto: dpa

Osnabrück. Die Bundeswehr soll stärker zu sich selbst finden. Der neue Traditionserlass führt weg von Wehrmacht-Vorbildern hin zu modernen Helden. Das ist gut, aber nur ein Randaspekt. Wichtiger ist der miserable Zustand der Truppe bei der Ausrüstung und Einsatzfähigkeit. Da muss die Verteidigungsministerin dringend ran. Ein Kommentar

Natürlich ist es gut, dass sich die Bundeswehr menschliche Vorbilder aus den eigenen Reihen sucht statt falsche Helden aus vergangenen Zeiten zu ehren. Weder die Wehrmacht noch die NVA taugen zum Nachahmen. Der Traditionserlass ist ein gelungener Anstoß für die Truppe, sich ihrer selbst zu vergewissern und sich auf Werte wie Mut, Opferbereitschaft und Kameradschaft zu besinnen.

Mit ihrem Anstoß hat Verteidigungsministerin von der Leyen einen gelungenen Auftakt ihrer zweiten Amtszeit hingelegt.

Aber ist das wirklich mehr als eine gelungene PR-Aktion? Von der Leyen war vor vier Jahren angetreten, um die Bundeswehr attraktiver zu machen und zu modernisieren. Ihren Tiefpunkt erreichte die Ministerin, als sie nach dem Skandal um Franco A., der sich als syrischer Flüchtling registrieren ließ und offenbar einen Anschlag plante, der Truppe pauschal ein Haltungsproblem attestierte. Bis heute sind Offiziere und Soldaten darüber empört. Bis heute ringt die Ministerin darum, Vertrauen zurückzugewinnen.

Die Umbenennung der Kaserne in Hannover ist auf diesem Weg ein erster Schritt. Die Leistung der Ministerin wird aber am Ende an ganz anderen Dingen gemessen. Von der Leyen hat es in den vergangenen Jahren nicht geschafft, die miserable Lage beim Material und Personal in der Truppe zu verbessern. An dieser Stelle muss die Ministerin jetzt dringend Erfolge liefern.

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