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27.03.2018, 16:51 Uhr APELL AN GROßE KOALITION

Fortschritt durch Klimaschutz - packen wir es an

Kommentar von Uwe Westdörp

Umweltproblem Kohlekraft, hier das Braunkohlekraftwerk der Vattenfall AG in Jänschwalde (Brandenburg). Foto: dpaUmweltproblem Kohlekraft, hier das Braunkohlekraftwerk der Vattenfall AG in Jänschwalde (Brandenburg). Foto: dpa

Osnabrück. Der CO2-Ausstoß in Deutschland sinkt - aber längst nicht genug, um die Klimaziele zu erreichen. Mehr Autos und Lastwagen, aber auch die gute Konjunktur trüben laut Umweltbehörde die Treibhausgas-Bilanz. Hinzu kommt: Die Bundesregierung zeigt sich wenig ehrgeizig. Dabei sind viele Ziele durchaus erreichbar, wenn man nur will. Ein Kommentar.

Wie schade: Große Ziele hat sich die Große Koalition nicht gesetzt. Am besten erkennt man das beim Klimaschutz. Lange Jahre hatte die Bundesregierung den Anspruch, den Ausstoß des Treibhausgases CO2 bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Doch dieses Ziel findet sich im neuen Koalitionsvertrag nicht mehr. Schwarz-Rot attestiert sich damit eigenes Versagen.

Auch die neuen Zahlen zum Ausstoß der Treibhausgase machen wenig Mut. Deutschland kommt demnach beim Klimaschutz nur sehr, sehr langsam voran. Fortschritte im Bereich der Stromerzeugung werden zu einem großen Teil durch mehr Umweltverschmutzung durch Verkehr und Industrie zunichte gemacht.

Daraus folgt zweierlei: Erneuerbare Energien, etwa Wind- und Sonnenkraft, müssen weiter massiv ausgebaut und fossile Energieträger wie die Kohle konsequenter zurückgedrängt werden. Neben einer Energiewende braucht Deutschland zudem dringend eine Verkehrswende: sparsamere Autos, mehr alternative Antriebe, bessere Verkehrsleitsysteme, noch mehr öffentlichen Nahverkehr und eine Bahn, die bei ein wenig Schnee und Eis nicht gleich aus dem Takt gerät.

Vieles ist machbar. Man muss es aber auch wollen und darf ökologische Erneuerung nicht als Bremsfaktor missverstehen. Tatsächlich bedeutet sie Fortschritt. Packen wir es an.


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