Katalonien-Konflikt FDP-Politiker Lambsdorff fordert Aufklärung im Fall Puidgemont

Von Marion Trimborn

Der FDP-Außenexperte Alexander Graf Lambsdorff fordert von der Bundesregierung schnelle Aufklärung im Fall Puigdemont. Foto: Imago/Ralph PetersDer FDP-Außenexperte Alexander Graf Lambsdorff fordert von der Bundesregierung schnelle Aufklärung im Fall Puigdemont. Foto: Imago/Ralph Peters

Osnabrück. Die Entscheidung über eine Auslieferung des festgenommenen ehemaligen katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont an Spanien dürfte sich hinziehen. Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff fordert zügige Aufklärung von der Bundesregierung.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte der Bundestagsabgeordnete: „Die Verhaftung Puigdemonts ist juristisch nicht angreifbar, politisch schafft sie ein Dilemma für Deutschland.“ Lambsdorff fügte hinzu: „Die Bundesregierung muss schnellstmöglich erklären, wie sie damit umgehen will.“ Denn die Gefahr gewalttätiger Auseinandersetzungen in Katalonien sei sehr real.

Gegen die Festnahme Puigdemonts hatten am Sonntagabend in Barcelona rund 50 000 Menschen demonstriert. Am Rande kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Dabei wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden mehr als 90 Menschen verletzt, darunter mehr als 20 Beamte.

Lambsdorff forderte die spanische und katalanische Seite dazu auf, miteinander zu reden. „Deswegen ist es höchste Zeit, dass in Spanien die Gespräche über ein verbessertes Autonomiestatut für Katalonien in einem föderalen Spanien wieder aufgenommen werden.“ Dabei sieht der FDP-Außenexperte und frühere Vizepräsident des EU-Parlaments durchaus auch eine Rolle für die EU. Lambsdorff sagte: Die EU kann hier aber nur vermitteln, wenn sie ausdrücklich von Spanien dazu aufgefordert wird. Alles andere wäre völkerrechtlich und politisch gefährlich.“