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26.03.2018, 17:53 Uhr KRISENTREFFEN IN BERLIN

Was sich bei Facebook ändern muss

Kommentar von Uwe Westdörp

Was Facebook jetzt zu tun gedenkt: Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) gibt nach einem Treffen mit einer Facebook-Delegation eine Pressekonferenz. Foto: dpaWas Facebook jetzt zu tun gedenkt: Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) gibt nach einem Treffen mit einer Facebook-Delegation eine Pressekonferenz. Foto: dpa

Osnabrück. Im Skandal um die unerlaubte Nutzung der Daten von Millionen Facebook-Nutzern hat sich das Unternehmen verpflichtet, alle Betroffenen zu informieren, so Justizministerin Katarina Barley. Das ist nicht mehr als ein erster Schritt, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Ein Kommentar.

Hübsch hässlich: Nicht nur gute Freunde und Demokraten nutzen soziale Netzwerke wie Facebook, sondern auch Hetzer und üble Demagogen. Facebook muss deshalb dringend zu einem besseren Platz werden. Dazu braucht es mehr Transparenz und Kontrolle, wie Justizministerin Katarina Barley zu Recht fordert.

Unter anderem muss das Unternehmen nachvollziehbar erklären, wann und warum es einen Nutzer mit Nachrichten versorgt – und wann nicht. Das ist umso wichtiger, als Facebook für immer mehr Menschen zentrale Informationsplattform ist. Entweder sie erfahren hier von wichtigen Themen oder gar nicht. Man muss nicht gleich Demokratien in Gefahr sehen. Doch bedeutet es große Macht, den Datenfluss in Richtung von Milliarden von Menschen steuern zu können – ein Problem, dass sich auch bei Google stellt.

Dass Facebook-Vertreter sich nach Skandalen reumütig zeigen, bleibt im Übrigen solange unglaubwürdig, bis der Konzern sich strengeren Regeln unterwirft und er nach Datenlecks unverzüglich über Probleme informiert. Er muss zudem auch mehr inhaltliche Verantwortung übernehmen für das, was er tut, nämlich Nachrichten oder auch Fehlinformationen zu verbreiten.

Deutschland allein wird nichts ausrichten. Wichtigste Einflussebene bleibt die EU mit einer halben Milliarde Menschen und sehr, sehr vielen Facebook-Nutzern.


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