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23.03.2018, 17:58 Uhr KOMMENTAR

Die Gefahr islamistischen Terrors bleibt real

Von Thomas Ludwig


Polizisten sichern eine Tür des Supermarktes, in dem sich der Geiselnehmer aufhält. Der Täter, der sich auf den IS berief, wurde später erschossen. Foto: Newsflare/Tarbouriech/dpaPolizisten sichern eine Tür des Supermarktes, in dem sich der Geiselnehmer aufhält. Der Täter, der sich auf den IS berief, wurde später erschossen. Foto: Newsflare/Tarbouriech/dpa

Osnabrück. Europa sollte sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. Das zeigt der Anschlag in Südfrankreich. Der IS mag im Nahen Osten militärisch besiegt sein - seine Ideologie ist es noch lange nicht.

Erst vor zwei Tagen haben sich die Belgier der schweren Anschläge in der Brüsseler Metro und am Flughafen im März 2016 erinnert – und mit ihnen ganz Europa. Mit der tödlich verlaufenen Geiselnahme in der französischen Kleinstadt Trebès ist der islamistische Terror nun zurück. Der Täter, der sich zum IS bekannte, stand wegen seiner Radikalisierung unter Beobachtung der Polizei. Warum er dennoch bewaffnet in einen Supermarkt marschieren konnte, wird zu klären sein.

Gefährliche Ideologie

Militärisch gilt die Terrormiliz Islamischer Staat im Nahen Osten als besiegt. Damit ist die Ideologie eines extremistischen Islams freilich nicht aus der Welt. Immer noch sind vor allem muslimische junge Männer mit prekärem Hintergrund besonders anfällig für das Gedankengut. Sie zu identifizieren und frühzeitig vor der Radikalisierung zu bewahren oder aus dem Verkehr zu ziehen, ist eine Herkulesaufgabe, der sich die westlichen Einwanderungsgesellschaften konsequent stellen müssen.

Bildung als Schlüssel zur Integration

Neben einer zu verbessernden grenzüberschreitenden Terrorabwehr und Zusammenarbeit der Sicherheitsapparate in Europa ist es deshalb ebenso wichtig Propaganda konsequent zu verfolgen und dem Islamismus über Bildung schon der Jüngsten und Teilhabe der Heranwachsenden den Nährboden zu entziehen. Für Naivität ist im Kampf gegen Islamisten kein Platz.

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