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22.03.2018, 17:03 Uhr KOMMENTAR

Deutsche Bahn: Höchste Zeit für mehr Wettbewerb

Kommentar von Stefanie Witte

Die Bahn steht vor Milliardeninvestitionen. Foto: dpaDie Bahn steht vor Milliardeninvestitionen. Foto: dpa

Osnabrück. Konkurrenz belebt das Geschäft, heißt es. Vor allem die Union spricht sich für den Wettbewerb aus. Aber was als Rechtfertigung für die private Krankenversicherung hochgehalten wird, scheint in Sachen Bahn nicht zu gelten.

Dabei könnte dem De-facto-Monopolisten im Fernverkehr ein wenig Konkurrenz nicht schaden. Der Schuldenberg der Deutschen Bahn wächst. Gleichzeitig stehen längst überfällige Investitionen in Schienennetz, Bahnhöfe und Flotte bevor. Schon jetzt verzichtet der Bund – und damit letztlich der Steuerzahler – bis 2021 auf eine Milliardendividende. Ob das reicht, ist mehr als fraglich.

Dazu kommt das schlechte Image. Beim ersten Schneeflöckchen oder einer leichten Brise rechnen nur die wenigsten mit zuverlässigen Zügen. Zurecht: Mehr als ein Fünftel aller Fernverkehrszüge kam im vergangenen Jahr zu spät.

Mitbewerber manövriert das Unternehmen dennoch problemlos aus. Die Bahn nutzt ihre Kontrolle über Schienennetz, Stromversorgung, Bahnhöfe und Ticketverkauf. So hält sie im Fernverkehr nach wie vor einen Marktanteil von 99 Prozent. Nun will die Bundesregierung die Zahl der Bahnfahrer bis 2030 verdoppeln. Wäre es da nicht höchste Zeit für mehr Wettbewerb?


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