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22.03.2018, 14:11 Uhr KOMMENTAR ZUM MORDFALL IN FREIBURG

Was uns der Fall Hussein K. über die Flüchtlingspolitik lehrt

Kommentar von Marion Trimborn

Das Freiburger Landgericht hat Hussein K. wegen Mordes an Maria L. zu lebenslanger Haft verurteilt. Foto: dpaDas Freiburger Landgericht hat Hussein K. wegen Mordes an Maria L. zu lebenslanger Haft verurteilt. Foto: dpa

Osnabrück. Es war ein Verbrechen, das einen ganz neuen Ton in die Flüchtlingsdebatte brachte. Es ist nicht nur das abscheuliche Verbrechen des angeblich minderjährigen Flüchtlings Hussein K., der 2016 die Studentin Maria L. ermordete. Sondern die Tat wirft ein Schlaglicht auf die Mängel der Flüchtlingspolitik. Ein Kommentar.

Der Fall war und ist ein Albtraum der Asylpolitik. Der Mord an der Freiburger Studentin Maria durch den Afghanen Hussein K. 2016 hat ein Schlaglicht auf die Mängel der Flüchtlingspolitik hierzulande geworfen. Er belegt Schlamperei der Behörden und fehlende Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern. Und zeigt: Die von Kanzlerin Angela Merkel verordneten offenen Grenzen überforderten die Ämter schlicht. Es war ihnen unmöglich, die Identität von hunderttausenden Migranten – in der Regel ohne Papiere - zu überprüfen. Bis heute gibt es hierzulande eine große Zahl an Flüchtlingen, bei denen nicht klar ist, um wen es sich tatsächlich handelt.

Aus dem Fall ist einiges zu lernen. Etwa, dass es sich bei Flüchtlingen zu einem großen Teil um junge Männer handelt, die statistisch gesehen schon aufgrund ihres Alters häufiger straffällig werden. Die Verachtung von Hussein K. gegenüber seinem Opfer zeigt auch, dass der kulturelle Hintergrund bei vielen Flüchtlingen aus dem islamischen Raum eine Geringschätzung von Frauen mit sich bringt. Wie gut kann da die Integration gelingen?

Dass Flüchtlinge wie der damals vermutlich 22-jährige Hussein sich immer wieder jünger machen, um als Minderjährige Vorteile zu genießen, muss Konsequenzen haben. Gut, dass die große Koalition die Altersfeststellung künftig bundeseinheitlich regeln will und auf Ankerzentren setzt - auch wenn das drei Jahre nach dem Flüchtlingszustrom reichlich spät kommt. Wie wäre es damit, Flüchtlinge, die kooperieren, bevorzugt zu behandeln?

Völlig unverständlich bleibt, dass sich Union und SPD immer noch um die Frage drücken, ob und wieviel Zuwanderung es in Deutschland künftig geben soll. In der neuen Regierung dürfte das Thema Migration weiter für Dauerstreit sorgen - auch zwischen dem CSU-Hardliner Innenminister Seehofer und der Kanzlerin.


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