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21.03.2018, 18:18 Uhr KOMMENTAR ZUR REGIERUNGSERKLÄRUNG

Kanzlerin Merkel – läuft und läuft und läuft...

Von Katharina Ritzer


„Wir haben verstanden“ konnte als Titel über der vierten Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stehen. Foto: Kay Nietfeld/dpa„Wir haben verstanden“ konnte als Titel über der vierten Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stehen. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Osnabrück. Ungewöhnlich selbstkritisch hat sich die Kanzlerin in der ersten Regierungserklärung ihrer vierten Amtszeit gegeben. Ich habe verstanden, ist ihre Botschaft an die Bürger. So viel Reflexion war lange nicht. Die nutzt aber nicht nur der Besänftigung der aufgewühlten Volksseele, sondern vor allem Angela Merkel selbst. Ein Kommentar.

„Wir haben verstanden“ war mal der Slogan einer Automarke. Diese Botschaft zog sich auch durch Angela Merkels vierte Regierungserklärung. Zwölf Jahre hat die Kanzlerin jetzt hinter sich und nur noch höchstens vier vor sich – da kann man ruhig schon am eigenen Eintrag in den Geschichtsbüchern arbeiten.

Ganz wichtig dabei: Selbstkritik. Zu glauben, die Flüchtlingskrise werde Deutschland nicht erreichen? Im Rückblick naiv. Die offenen Grenzen für Flüchtlinge? Dürfen sich nicht wiederholen. Der Krieg in Syrien? Viel zu spät reagiert. Und natürlich seien „die in Berlin“ zu weit weg von den Menschen. Soweit der Merkel’sche Eintrag ins eigene Klassenbuch, das Ganze muss dann ja später nicht mehr ins Geschichtsbuch.

„Die tun was“ war auch mal eine Autowerbung. Mit Blick auf die Zielgerade ihrer Kanzlerschaft will auch Merkel etwas tun, aber möglichst ohne die Menschen nach zwölf Jahren im Schongang zu erschrecken. Mehr Europa, gewiss. Mehr UN-Hilfsprogramme gegen Fluchtursachen, auch gern. Streng sein mit Russland, muss ja. Und natürlich soll der Zusammenhalt wachsen und alles viel menschlicher werden, denn „Deutschland, das sind wir alle“.

Was am Ende von Merkel bleibt? Der wohl bekannteste deutsche Spruch für ein Auto lautet: „Und läuft und läuft und läuft…“


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