Wie vor 1933 Forsa-Chef Güllner vergleicht AfD mit Aufstieg der NSDAP

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Osnabrück. Der Gründer und Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, hat die Entwicklung der AfD mit dem einstigen Aufstieg der NSDAP verglichen.

Bei einer Podiumsdiskussion der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Manfred Güllner am Montagabend, die AfD habe bei ihrem Wahlerfolg und dem Einzug in den Bundestag im wesentlichen „im Lager eines antidemokratischen Segments der Dauer-Nichtwähler Stimmen geholt“. Dies sei eine „bedenkliche Parallele zur Entwicklung der NSDAP“ in der letzten Zeit ihres Stimmenanstiegs in den Jahren vor 1933. (Weiterlesen: NOZ-Agenda-Abend zeigt: Die SPD ringt um ihre Mitte)

Die AfD erhielt ihre Stimmen weniger von anderen Parteien, als dass sie antidemokratische Nichtwähler mobilisierte. Eine Parallele zu den 1930er-Jahren, findet Forsa-Chef Güllner.

Damals war der Aufstieg der Hitler-Partei wie auch der der AfD in jüngster Zeit nur zu einem gewissen Anteil auf übergelaufene Anhänger der etablierten Parteien zurückzuführen. Vielmehr hätte ein bis dahin nicht politisch repräsentiertes Protestklientel einer neuen, radikalen Partei zu Mandaten in beträchtlicher Größenordnung verholfen.

Gemäß der Analyse sind diese Wähler durch die übrigen Parteien auch kaum zurückzugewinnen, weil sie diese auch zuvor nicht gewählt haben. Güllner betonte zudem, dass der Vertrauensverlust beider großer Volksparteien deutlich messbar bereits vor dem Aufstieg der AfD begonnen habe und daher mit diesem nur bedingt in Verbindung zu bringen sei. (Weiterlesen: Müntefering und Weil warnen SPD vor Linkskurs)


NOZ Agenda: Regelmäßig befasst sich unsere Redaktion unter diesem Motto mit Fragen der Zeit. Bisherige Themen und Veranstaltungen in Osnabrück waren unter anderem:

Essen & Ethik mit u.a. Drei-Sterne Koch Thomas Bühner, Bauernverbands-Geschäftsführer Bernhard Krüsken, McDonalds-Manager Oliver Mix

Populismus mit u.a. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen, Emnid-Forscher Klaus Peter Schöppner, Social-Media-Professor Thorsten Quandt

Religion und Gewalt mit u.a. Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, Landesbischof Ralf Meister und Michael Schmidt-Salomon (Giordano-Bruno-Stiftung)

Energiewende mit u.a. Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel, RWE-Vorstand Arndt Neuhaus, Stahl-Präsident Hans-Jürgen Kerkhoff

Fleisch und Ernährung mit u.a. Unternehmer Clemens Tönnies und dem Generalsekretär der Bundesstiftung Umwelt, Heinrich Bottermann

25 Jahre Mauerfall mit u.a. Zeitzeuge und Minister a.D. Rudolf Seiters, Russlands Botschafter Wladimir Grinin, Nato-General Harald Kujat

Standort Niedersachsen mit u.a. Ministerpräsident Stephan Weil, „Autoprofessor“ Ferdinand Dudenhöffer, DGB-Bundesvorstand Stefan Körzel

Migration und Integration mit u.a. dem SPD-Innenpolitiker Boris Pistorius, Bestseller-Autor Thilo Sarrazin, Terre-des-hommes-Chefin Danuta Sacher

Notstand Pflege mit u.a. Pflege-Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Egon Brysch (Vorsitz Deutsche Stiftung Patientenschutz), Assauer-Tochter Bettina Michel

Demnächst:

50 Jahre 1968 mit u.a. Zeitzeuge und Grünen-Legende Hans Christian Ströbele, Schauspielerin Ingrid Steeger und Rebellionsforscher Frank Hillebrandt

200 Jahre Marx mit u.a. Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch, Marx-Biograf Michael Heinrich, Hohenschönhausen-Beirat Dieter Dombrowski, Historiker Werner Abelshauser

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