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19.03.2018, 18:01 Uhr KOMMENTAR

Übergangsphase für Brexit: Schonfrist für die Briten

Kommentar von Lea Becker

Der befürchtete harte Brexit bleibt der Europäische Union und Großbritannien vermutlich erspart. Beide Seiten haben sich auf eine Übergangszeit nach dem britischen EU-Austritt im März 2019 geeinigt. Foto: dpaDer befürchtete harte Brexit bleibt der Europäische Union und Großbritannien vermutlich erspart. Beide Seiten haben sich auf eine Übergangszeit nach dem britischen EU-Austritt im März 2019 geeinigt. Foto: dpa

Osnabrück. Nach der Einigung über eine Übergangszeit bleibt der Europäischen Union und Großbritannien der befürchtete harte Brexit vermutlich erspart. In Stein gemeißelt ist aber auch das noch nicht. Ein Kommentar.

Die EU tut gut daran, die Frist an das Austrittsabkommen zu binden, damit sich schnell alle auf den konkreten Austritt vorbereiten können. Denn die Übergangszeit ist nur eine Schonfrist für die Briten, um nicht ins Chaos zu stürzen. Ohne ein Abkommen müssten direkt mit dem Brexit Zollschranken und Grenzkontrollen wieder errichtet werden. Lieferketten würden unterbrochen, der Handel könnte zum Erliegen kommen. Das träfe zwar auch die EU, aber längst nicht so stark wie die Briten.

Mit der Frist ließen sich die Folgen des EU-Austritts für Bürger und Unternehmen abfedern. Firmen können ihrem alltäglichen Geschäft ohne gravierende Einschnitte weiter nachgehen. Zumindest vorerst, zumal in der Endlosschleife der Brexit-Verhandlungen bisher keine Lösung in Sicht ist. Wie es nach Ende der Frist ab 2021 weitergeht, ist offen. Die Übergangsfrist verschafft den Unterhändlern mehr Luft für die komplizierten Verhandlungen. Diese Chance sollten sie nutzen. Je schneller eine tragfähige Lösung gefunden wird, desto besser für alle.


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