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16.03.2018, 18:20 Uhr SCHWANKENDE BENZINPREISE

Wie Autofahrer an der Tankstelle abgezockt werden

Von Marion Trimborn


Die Tageszeit entscheidet über den Benzinpreis. Foto: dpaDie Tageszeit entscheidet über den Benzinpreis. Foto: dpa

Osnabrück. Diesel und Benzin werden nicht mehr wie früher zum Ferienbeginn und an Feiertagen teurer - sondern jeden Tag ein paar Mal. Vor allem dann, wenn gerade viele Kunden kommen. Die neuen Tricks der Tankstellen schaden den Verbrauchern. Der Staat darf nicht einfach zusehen. Ein Kommentar

Es ist nichts anderes als eine miese Abzocke der Autofahrer. Im Lauf des Tages steigen die Preise an den Zapfsäulen vor allem dann, wenn besonders viele Autos unterwegs sind. Etwa morgens, wenn Pendler zur Arbeit fahren, oder im Feierabendverkehr.

An einem Tag ändern sich die Preise für Benzin und Diesel oft ein Dutzendmal. Was nichts mit dem Rohölpreis zu tun hat. Das Preis-Jojo gibt dem Autofahrer nicht nur ein schlechtes Gefühl. Studien zeigen, dass die Zeit am Abend, in der man besonders günstig tankt, kürzer und kürzer wird. Ja, Apps für Smartphones helfen, um eine günstige Tankstelle zu finden. Doch es kann sein, dass der Preis nicht mehr aktuell ist, wenn der Kunde ankommt.

Die „dynamischen Preise“ sind die Schuld der Mineralölkonzerne - nicht der Tankstellenpächter, die darauf keinen Einfluss haben. Dabei nutzen die Konzerne die schnelle Datenübertragung und ihr besseres Wissen über das Verhalten von Verbrauchern rücksichtslos aus - im Elektromarkt, Supermarkt und eben auch an der Tankstelle.

Gerade für ländliche Regionen ist das Schikane, weil der Benzinpreis für Pendler ein erheblicher Kostenfaktor ist. Der Gesetzgeber darf dieser Abzocke nicht weiter zusehen und muss handeln. Vorbild könnte die Benzinpreisbremse in Österreich sein, wo Tankstellen nur ein einziges Mal, mittags um zwölf, ihre Preise erhöhen können.


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