Gespräch über Handelsbilanz Trump prahlt damit, Trudeau angeflunkert zu haben

Von Lorena Dreusicke

Donald Trump hat zugegeben, mit Kanadas Premier über ein Handelsdefizit gesprochen zu haben, von dem er nicht wusste, ob es dies gibt. Foto: AFPDonald Trump hat zugegeben, mit Kanadas Premier über ein Handelsdefizit gesprochen zu haben, von dem er nicht wusste, ob es dies gibt. Foto: AFP

Osnabrück/Washington. Bei einer Spendengala hat US-Präsident Donald Trump zugegeben, im Gespräch mit Kanadas Premier haltlose Behauptungen aufgestellt zu haben. Er pochte darauf, die USA habe ein Handelsbilanzdefizit mit Kanada – damit irrt er jedoch.

Die US-Zeitung „Washington Post“ berichtet, ihr liege eine Audiodatei vor, auf der Donald Trump zu hören ist, wie er über sein Treffen mit Kanadas Premier Justin Trudeau erzählt. Mitgeschnitten wurde das Material bei einer Spendengala für den Republikaner Josh Hawley, der im Bundesstaat Missouri für den Senat kandidiert.

Der Aufnahme nach erzählte Trump den Galagästen von seinem Gespräch mit Trudeau, den er nachäffte:

„Trudeau kam, um mich zu sehen. Er ist ein guter Mann, der Justin. Er sagte, ‚Nein, nein wir haben kein Handelsdefizit mit euch, wie haben keins. Donald, bitte.‘“

Trump erzählt weiter: „Ich sagte, ‚Falsch Justin, das habt ihr.‘ Ich wusste es nicht einmal. Ich hatte keine Ahnung. Ich sagte nur, ‚Du hast unrecht.‘ Wissen Sie warum? Weil wir so blöd sind. Und ich dachte, sie wären klug. Ich sagte, ‚Du liegst falsch, Justin.‘ Er sagte, ‚Nö, wir haben kein Handelsdefizit.‘ Ich sagte, ‚Na, in dem Fall sehe ich das anders,‘ sagte ich, ‚Aber ich glaube es nicht.‘ Ich schickte dann einen unserer Männer los, seinen Mann, meinen Mann, sie gingen raus, ich sagte, ‚Prüft das, weil ich glaube das nicht.‘“

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Nach Angaben des US-Handelsministeriums (USTR) war Kanada nach aktuellen Zahlen der größte Abnehmer amerikanischer Waren. Tatsächlich hatten die USA 2016 einen Handelsüberschuss gegenüber Kanada in Höhe von 12,5 Milliarden Dollar. Trump zitierte jedoch einen mutmaßlichen Mitarbeiter, der ihm versichert hätte, es gebe ein Defizit, wenn man zusätzlich Energie und Bauholz einrechnet: „Dann verlieren wir 17 Milliarden Dollar im Jahr. Es ist unglaublich.“

Trump positionierte sich jüngst verstärkt als Gegner des Freihandels. Mit Strafzöllen will er die amerikanische Wirtschaft schützen. Verbündeten Wirtschaftsmächten stößt er damit vor den Kopf.