„Nicht einfach Russland an den Pranger stellen“ Fall Skripal: Ramelow warnt vor Eskalation

Von Burkhard Ewert

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) warnt vor Russlandfeindlichkeit. Foto: Michael GründelThüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) warnt vor Russlandfeindlichkeit. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat im Streit mit Russland zur Deeskalation aufgerufen. Der Linken-Politiker sagte unserer Redaktion angesichts der Reaktionen auf den Fall Skripal, „das haben wir alles im Kalten Krieg gehabt. Als wenn wir das alles vergessen hätten, dass auf den einen Boykott immer der andere kam.“

Er wisse nicht, welches Land mit welchen Geheimdiensten was genau unternehme, sagte Ramelow. „Ich weiß aber, dass Schuldzuweisungen nicht weiterhelfen. „Ich verurteile die Ermordung von Menschen, aber man kann nicht einfach Russland an den Pranger stellen und glauben, das sei die Lösung.“ (Weiterlesen: Was Merkel, Trump, Macron und May zur Nervengift-Attacke sagen)

Der Erfurter Regierungschef sprach sich stattdessen für einen konstruktiven politischen Dialog aus. „Wir sollten uns eine europäische Friedensunion denken, zu der Russland gehört. Wir sollten uns fragen, wie der KSZE-Prozess neu aufgesetzt werden kann. Wir haben völlig vergessen, dass Europa über den KSZE-Prozess verändert worden ist. Stattdessen sind wir mitschuldig an Toten in der Ukraine und an Toten in Syrien, weil wir die Konflikte nicht befrieden, sondern laufen lassen, und die Amerikaner fuhrwerken überall mit herum.“