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14.03.2018, 11:22 Uhr KOMMENTAR ZUR WAHL DER KANZLERIN

Merkel, die Vierte

Kommentar von Burkhard Ewert

Merkel, die Vierte: Auch Ex-SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz gratuliert. Foto: AFPMerkel, die Vierte: Auch Ex-SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz gratuliert. Foto: AFP

Osnabrück. Wer Angela Merkels Lebensweg sieht, sollte sich beim Streben nach eigenen Träumen nicht allzu früh entmutigen lassen – und vor allem andere nicht vorschnell abstempeln oder gar verächtlich machen. Ein Kommentar zu ihrer vierten Kanzlerschaft.

Zum vierten Mal regiert Angela Merkel Deutschland – damit zieht sie mit Helmut Kohl gleich.

Ihre Karriere ist ein Lehrstück über Politik und zugleich den Menschen. Wer hätte der einst so schüchternen, unbeholfenen Politikerin diesen Weg vor 25 Jahren zugetraut? Wer hätte gedacht, dass sie als anfängliche Zielscheibe notorischen Hohns und Spotts eine solche Selbstsicherheit entwickelt, dass sie ein derartiges Verhandlungsgeschick zeigt, dass sie mit ihrem verschmitzten Lächeln sogar gewinnenden Charme versprühen kann?

Angesichts dieses Lebenswegs sollte sich niemand beim Streben nach eigenen Träumen allzu früh entmutigen lassen – und vor allem auch andere nicht vorschnell abstempeln oder gar verächtlich machen.

Trotzdem besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass die CDU-Chefin den Zenit ihres Wirkens überschritten hat. In der eigenen Partei wird sie noch geschätzt, aber nicht geliebt. Manchen Widersachern außer- und inzwischen auch innerhalb des Parlaments dient sie als regelrechte Hassfigur. Zu ihrem Meisterstück wird daher der Übergang werden. Merkel muss persönliche Macht abgeben, um sie ihrer Partei zu erhalten. Schafft sie das? In dieser Frage ist ihr eine glücklichere Hand zu wünschen als sie es zuletzt in Fragen der Sachpolitik hatte.

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