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13.03.2018, 17:48 Uhr KOMMENTAR

Wer schützt die Welt jetzt vor Trump?

Kommentar von Michael Clasen

Rauswurf: Rex Tillerson ist nicht mehr Außenminister der USA.Rauswurf: Rex Tillerson ist nicht mehr Außenminister der USA.

Osnabrück. Auf die Taube folgt ein Falke. Mit dem Abgang von Rex Tillerson wird die Fraktion der Moderaten in der US-Regierung von US-Präsident Donald Trump weiter geschwächt.

Heuern und Feuern: Dass es im Weißen Haus ruppig zugeht, daran hatte man sich unter US-Präsident Donald Trump gewöhnt. D och der Rauswurf von Rex Tillerson als Außenminister ist weit mehr als eine Personalentscheidung. Mit dem bisherigen CIA-Leiter Mike Pompeo wird ein konservativer Hardliner zum Chef des U.S. State Department befördert, der vieles kann, aber eines sicher nicht im Blut hat: Diplomatie.

Mit Tillersons Rauswurf fällt das letzte Korrektiv

Hatte der Ex-Ölmanager Tillerson mit seiner umsichtigen und besonnenen Art auf so manchen besorgten Europäer die Wirkung eines Beruhigungsmittels, wird Pompeo nicht einmal versuchen, den eigenwilligen Trump zu besänftigen. Vielmehr fällt mit Tillersons Rauswurf das letzte Korrektiv, um die Welt vor Trumps allzu impulsiven Entscheidungen zu schützen.

Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein oder gar in eine Katastrophe führen. Siehe Russland, wo Trump im Unterschied zu anderen Kräften in Washington keine Konfrontation sucht. Oder Nordkorea. Da wähnten Experten die Welt bereits am Vorabend eines Dritten Weltkriegs. Nun steht ein historisches Treffen mit Machthaber Kim Jong Un an. Zur Disposition steht auch Barack Obamas Iran-Atomabkommen. Pompeo will wie Trump den Einfluss des Teheraner Mullahregimes im Mittleren Osten zurückdrängen. Das Ziel ist zumindest nicht verkehrt.


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