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12.03.2018, 16:45 Uhr KOMMENTAR

Trump und die Waffengesetze: Populist bleibt Populist

Kommentar von Johannes Giewald

Erst Poltern, dann Zurückrudern: Trump folgt der üblichen Marschroute eines Populisten. Foto: Allen Eyestone/dpaErst Poltern, dann Zurückrudern: Trump folgt der üblichen Marschroute eines Populisten. Foto: Allen Eyestone/dpa

Osnabrück. Verwundert waren viele nach Trumps Ankündigung, die Waffengesetze zu verschärfen. Dass wohl nichts daraus wird, überrascht nicht. Ein Kommentar.

Die Hoffnungen auf schärfere Waffengesetze sind schon wieder verpufft. Vor zwei Wochen versprach Donald Trump grundlegende Änderungen und teilte dabei gegen die Waffenlobby NRA und die eigene Partei aus. Gegner und Anhänger waren vom Auftritt des Präsidenten gleichermaßen überrascht. Dass er nun seine eindeutigen Versprechungen für striktere Gesetze wieder aufweicht, überrascht dagegen nur bedingt.

Poltern und angreifen, später wieder zurückrudern und relativieren: Das ist das übliche Spiel der Populisten. Trump war im Wahlkampf Populist und ist es als Präsident geblieben. Vieles von dem, was er großspurig ankündigt, bleibt leere Parole, die Stimmungen im Land beeinflussen soll – so auch die strikte Verschärfung der Waffengesetze, von der man nun ausgehen kann, dass der Präsident sie nie wirklich ernst gemeint hat.

So regelmäßig Populisten mit solch durchschaubaren Methoden in Erscheinung treten, so selten verlieren sie bei ihren Anhängern an Ansehen, wenn sie einen Rückzieher machen. Das ist die eigentliche Überraschung. Verlierer sind nur diejenigen, die weiter der Gefahr von liberalen Waffengesetzen ausgesetzt sind. Der jährlich tausendfache Tod durch Schusswaffen, erschreckend verdeutlicht durch die Ereignisse in Las Vegas und Florida, zeigt, wie groß diese Gefahr in den USA ist.


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