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12.03.2018, 16:22 Uhr KOMMENTAR ZU KOLUMBIEN

Kampf den Drogenkartellen

Kommentar von Michael Clasen

Friedlich, zivilisiert und routiniert verliefen die Parlamentswahlen in Kolumbien. Die Ex-Rebellen der Farc waren die Wahlverlierer. Foto: dpaFriedlich, zivilisiert und routiniert verliefen die Parlamentswahlen in Kolumbien. Die Ex-Rebellen der Farc waren die Wahlverlierer. Foto: dpa

Osnabrück. Erstmals seit über 50 Jahren hat Kolumbien im Frieden gewählt. Das ist ein großer Erfolg. Jetzt muss der Kampf gegen die Drogenkartelle verschärft werden – das ist für die USA und für Europa wichtig.

Die erste Parlamentswahl in Kolumbien seit dem Friedensschluss 2016 mit der Farc verlief zivilisiert. Anschläge gab es im Unterschied zu früher keine. Das ist angesichts der Jahrzehnte des Bürgerkriegs ein Erfolg für sich. Ebenso begrüßenswert ist das Wahldebakel der linken Guerilla-Gruppierung. Kaum jemand hat die vermeintlich geläuterten Farc-Kämpfer gewählt. Es war also ein guter Tag für die Demokratie in Kolumbien. Die Präsidentschaftswahl im Mai kann kommen.

Angesichts der Verdienste von Amtsinhaber Juan Manuel Santos um die Befriedung des Krisenherds ist es bedauerlich, dass der Friedensnobelpreisträger verfassungsgemäß nicht mehr antreten darf. Sein Nachfolger muss die größte Herausforderung des Landes angehen: den Kampf gegen die Drogenkartelle. Durch den Rückzug der Farc wurde die Bedrohung nicht kleiner. Die USA werden via Mexiko überschwemmt mit Kokain. US-Präsident Donald Trump ist angesichts der wachsenden Zahl an Abhängigen zu Recht alarmiert. Der Kampf gegen die Drogenkartelle muss an Schlagkraft gewinnen.

Die Europäer sollten nicht so zu tun, als ginge sie das alles nichts an. Über Westafrika gelangt tonnenweise Koks aus Kolumbien nach Paris, London und Berlin. Davon profitieren viele – von Al Kaida im Maghreb bis hin zur Organisierten Kriminalität hierzulande. Nur die Gesellschaft, die verliert.


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