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11.03.2018, 16:27 Uhr KOMMENTAR

Steve Bannon : Die Gefahr aus den USA

Kommentar von Lea Becker

Mit einer „rechten Internationalen“ will Steve Bannon, ehemaliger Chefstratege von Donald Trump, die rechtspolitischen Parteien weltweit einen. Bei dem Parteitag der rechtspopulistischen Front National (FN) sorgte er als Gastredner unter anderem bei Parteichefin Marine Le Pen für Begeisterung. Foto: AFPMit einer „rechten Internationalen“ will Steve Bannon, ehemaliger Chefstratege von Donald Trump, die rechtspolitischen Parteien weltweit einen. Bei dem Parteitag der rechtspopulistischen Front National (FN) sorgte er als Gastredner unter anderem bei Parteichefin Marine Le Pen für Begeisterung. Foto: AFP

Osnabrück. Mit einer „rechten Internationalen“ will Steve Bannon, ehemaliger Chefstratege von Donald Trump, die rechtspolitischen Parteien weltweit einen. Eine Gefahr für Europa, wo die Populisten schon auf dem Vormarsch sind. Die etablierten Parteien müssen ihnen endlich entgegentreten. Ein Kommentar.

Steve Bannon will nach seinem Rausschmiss aus dem Weißen Haus Europa erobern. Der ehemalige Chefstratege von Donald Trump ist eine Gefahr für die etablierte Politik und den europäischen Zusammenhalt. Denn mit seiner Idee, die rechtspopulistischen Parteien zu einer „rechten Internationalen“ zu vereinen, könnte er durchaus Erfolg haben.

Die Volksparteien haben viele Bürger verloren. Seit Jahren gelingt es ihnen nicht, fundamentale Probleme wie Arbeitslosigkeit, Migration und Integration zu lösen. Das hat den Populisten – sei es in Griechenland, Ungarn, Österreich, Frankreich oder auch Deutschland – Auftrieb gegeben. Allerdings kämpfte bisher jede Partei für sich allein. Mit Bannon haben sie nun einen nicht zu unterschätzenden Strategen, der die zersplitterten Rechten in Europa einen und zu einer neuen und gefährlichen Macht aufbauen kann. Immerhin hat er es auch geschafft, Trump zum Präsidenten zu machen.

Bannon ist ein Meister der Rhetorik. Er erreicht die Menschen über seine Emotionalität. Dabei zeigt er aber auch Weitblick. Er will die rechte Szene modernisieren und das Themenspektrum der Rechten ausweiten. Sein klares Ziel: Geschichte schreiben.

Das müssen die Volksparteien verhindern. Sie sollten die Sorgen und Ängste der Bürger endlich ernst nehmen. So braucht es konkretere Lösungen auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, um das Vertrauen von Wählern zurückzugewinnen und den Vormarsch der Rechtspopulisten zu stoppen.


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