Plan erörtert – Endlager fehlt Abriss von Atomkraftwerk: Schutt bleibt in Lingen

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Lingen. Das im Jahre 1968 in Betrieb genommene und bereits 1977 wieder abgeschaltete Kernkraftwerk Lingen (KWL), soll nun endgültig abgerissen werden. Dazu hat es am Mittwoch unter anderem einen Erörterungstermin im atomrechtlichen Genehmigungsverfahren für den Abbau des KWL im Hotel am Wasserfall in Lingen gegeben. 31 Personen hatten sich in sechs Einwendungen gegen den Abbau des KWL ausgesprochen.

Vorgeschichte : Das KWL, ein Siedewasserreaktor mit einer elektrischen Nettoleistung von 240 MW, war 1968 in Betrieb genommen worden. Nach Schäden an den Dampfumformern wurde der Reaktor 1977 abgeschaltet. Die verbliebenen Brennelemente waren bis 1983 abtransportiert worden, und es folgte der Beginn des sicheren Einschlusses im Jahr 1988. In den Jahren 1993 bis 1996 wurden die konventionellen Anlagenteile und das Maschinenhaus abgerissen. 2008 wurde ein neuer Fortluftkamin gebaut und der alte, etwa 150 Meter hohe Schornstein abgebrochen. Im gleichen Jahr wurde auch der Antrag zum Abbau des KWL gestellt. Zuständig für eine Genehmigung, das Reaktorgebäude abreißen zu dürfen, ist das niedersächsische Umweltministerium.

Neben dem Antragsteller der RWE, dem Umweltministerium und weiteren Behörden hatten sich auch rund zehn Einwender im Hotel am Wasserfall eingefunden, um für ihre Anträge zu kämpfen. Unterm Strich ging es in erster Linie für sie darum, die durch den Abbruch frei werdenden radioaktiven Verunreinigungen für Mensch, Tier und Umwelt möglichst gering zu halten.

Geringe Radioaktivität

Unter der Federführung von Joachim Bock aus dem Umweltministerium und zuständig für das Stilllegen kerntechnischer Anlagen, ging es ausgesprochen sachlich und differenziert in der etwa fünf Stunden dauernden Diskussion zu. Bock betonte, dass nicht nur die für den Rückbau verantwortlichen Behörden den Abriss „sehr eng“ begleiten würden, sondern sie, gerade mit den Verantwortlichen in Lingen, nur gute Erfahrungen gemacht hätten. Zudem gab der Ministerialbeamte zu bedenken, dass die Radioaktivität in der Anlage seit Betriebsende vor rund 35 Jahren so weit abgenommen habe, dass sie sich bereits auf einem sehr geringen Niveau befinde.

Auf die Frage von Ursula Schönberger (Vertreterin eines Einwenders), wo man denn mit dem Müll bleiben wolle, wenn das Endlager, der Schacht Konrad , Salzgitter, noch nicht fertiggestellt sei, antwortete Ulrich Priesmeyer, verantwortlich für Planung und das Genehmigungsverfahren Rückbau, dass das abgebrochene Material im dem dann leer stehenden Reaktorgebäude zwischengelagert werde.

Wann das Ministerium die Entscheidung für den Rückbau trifft, ist noch offen.

Einen ausführlichen Bericht zum Atomkraftwerk lesen Sie hier .


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