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08.03.2018, 17:00 Uhr US-STRAFZÖLLE

Wider die Todesspirale - es geht im Freihandel auch ohne Trump

Kommentar von Marion Trimborn

China will im Welthandel die Lücke der USA ausnutzen. Foto: AFPChina will im Welthandel die Lücke der USA ausnutzen. Foto: AFP

Osnabrück. Auch wenn Präsident Donald Trump die USA abschotten will, gibt es eine Gegenbewegung auf der Welt. Andere Staaten, darunter Europa, bewahren kühlen Kopf und setzen auf Freihandelsverträge. Doch Europa droht noch eine andere Gefahr. Ein Kommentar.

Seit Donald Trumps Einzug ins Weiße Haus gilt im Rest der Welt die Devise: Es muss auch ohne die USA gehen. Zum Beispiel beim freien Welthandel. In dem Maße, in dem Donald, der Unbedarfte, in historischer Ahnungslosigkeit eine verheerende Spirale von Strafzöllen in Gang setzt, bleibt den Europäern nur übrig, das Gegenteil zu tun: nämlich viele neue Handelsverträge zu schließen. Etwa mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur. Das ist der einzige Weg, um irgendwie die Exporte zu bewahren, die vor allem für Deutschland lebenswichtig sind.

Zeichen gegen den Irrweg der USA

Wie tröstlich, dass die USA isoliert sind und andere Staaten kühlen Kopf bewahren. Etwa beim transpazifischen Handelsvertrag CPTPP, bei dem elf andere Staaten versuchen zu retten, was zu retten ist. Das ist ein Zeichen gegen den Irrweg der USA und ein Vorbild für Schwellenländer, deren Regierungen immer wieder auf Wunsch ihrer Wähler mit Abschottung liebäugeln.

Trumps protektionistische Torheit schadet Europa aber nicht nur direkt, sondern auch indirekt. Weil eine Lücke gerissen wird, die China füllen möchte. Doch das Reich der Mitte praktiziert nur eine unfaire Spielart des freien Handels. Chinas Konzerne sollen überall Firmen kaufen und grenzenlos Geschäfte machen dürfen, während das im eigenen Land für ausländische Firmen nicht gilt. Das nimmt Europa von zwei Seiten in die Zange.

Handelskrise ist nicht zu unterschätzen

Niemand sollte die Brisanz der Handelskrise unterschätzen. Es droht eine Kettenreaktion von Gegenzöllen bis hin zur weltweiten Wirtschaftskrise wie in den Jahren zwischen den Weltkriegen. Und dass wegen der Dummheit einer einzigen Figur in Washington.


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