Ein Bild von Michael Clasen
08.03.2018, 15:31 Uhr KOMMENTAR ZUR AFD

Gaulands braune Helfer

Kommentar von Michael Clasen

Im politischen Aus: André Poggenburg ist als AfD-Partei- und Fraktionschef in Sachsen-Anhalt zurückgetreten. Foto: AFPIm politischen Aus: André Poggenburg ist als AfD-Partei- und Fraktionschef in Sachsen-Anhalt zurückgetreten. Foto: AFP

Osnabrück . Das wurde Zeit. André Poggenburg tritt als AfD-Partei- und Fraktionschef in Sachsen-Anhalt zurück. Schon weit vor seiner rassistischen Aschermittwochsrede war der Rechtsaußen untragbar. Doch damit wird die AfD nicht weniger problematisch. Den konsequenten Bruch mit ihrem braunen Parteiflügel meidet sie – aus Kalkül.

Wie Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke zählt auch Poggenburg zu den prominenteren Köpfen der ultrarechtsnationalen Bewegung innerhalb der AfD. Die Grenzen zu Neonazis sind fließend. Doch die Parteispitze will Rassisten, Ausländerfeinden, Anti-Europäern und Antisemiten bewusst keine klare Kante zeigen, weil sie schätzungsweise bis zu ein Drittel der Mitglieder ausmachen.

Derzeit werden die Höckes und Poggenburgs der Partei gemaßregelt oder aus dem öffentlichen Schussfeuer genommen, wenn sie mal wieder mit unappetitlichen Ausfällen von sich Reden machen.

Gefahr droht für Union und SPD

Parteichef Alexander Gauland setzt aber bewusst auf die braunen Helfer, weil er ansonsten ums politische Überleben der noch jungen Partei fürchtet. Dafür nimmt er in Kauf, dass sich ein Teil der enttäuschten Unions- und SPD-Wähler scheut, bei der AfD ein Kreuz zu machen. Sollte die AfD eines Tages allerdings Richtung Mitte schwenken, könnte es der Union als letzter Volkspartei ähnlich ergehen wie der SPD, die massiv an Zustimmung verloren hat.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN