Öko-Label für Geldanlagen EU-Kommission legt Aktionsplan für grünen Finanzmarkt vor

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Die EU-Kommissions-Vizepräsidenten Valdis Dombrovskis (links) und Jyrki Katainen stellen ihren Aktionsplan für eine Nachhaltigkeitsoffensive auf dem FInanzmarkt vor. Foto: AFPDie EU-Kommissions-Vizepräsidenten Valdis Dombrovskis (links) und Jyrki Katainen stellen ihren Aktionsplan für eine Nachhaltigkeitsoffensive auf dem FInanzmarkt vor. Foto: AFP

AFP/dpa Brüssel. Umweltfreundliche Geldanlagen und Investitionen sollen nach dem Willen der EU-Kommission künftig stärker unterstützt werden – auch um die Pariser Klimaziele zu erreichen.

„Es gibt keinen Zweifel daran, dass der Finanzsektor mehr zum Kampf gegen Umweltprobleme beitragen muss“, sagte Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis am Donnerstag in Brüssel. Der lettische EU-Kommissar stellte einen Aktionsplan vor, der bis Ende 2019 eine Reihe von Gesetzgebungsverfahren vorsieht, um grüne Investitionen zu fördern. Einen ersten Gesetzesentwurf werde die Kommission im Mai vorlegen, um zunächst zu definieren, was unter „Green Finance“ fällt.

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Geplant sei etwa ein EU-Label für grüne Finanzprodukte. So könnten Vermögensverwalter und institutionelle Anleger dazu angehalten werden, Nachhaltigkeit als wichtiges Kriterium bei Finanzgeschäften anzuerkennen. Zudem könnten unter Umständen etwa die Kapitalanforderungen für Banken gelockert werden, wenn sie Kredite für nachhaltige Projekte vergeben.

„Der Wandel hin zu einer umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Wirtschaft ist gut für die Schaffung von Arbeitsplätzen, für die Menschen und für unseren Planeten“, sagte EU-Kommissionsvize Frans Timmermans. „Unsere Vorschläge werden Investoren und jeden einzelnen Bürger in die Lage versetzen, eine positive Wahl zu treffen – indem sie ihr Geld mit größerer Verantwortung einsetzen und Nachhaltigkeit unterstützen.“

Experte kritisiert Konzept

Kritik gab es aus dem Europaparlament: „Die Kommission versucht das Thema Nachhaltigkeit mit der Brechstange in der europäischen Finanzmarktregulierung unterzubringen, ohne erklären zu können, was Nachhaltigkeit im Finanzwesen überhaupt bedeutet“, sagte der CSU-Finanzexperte Markus Ferber. „Was sind nachhaltige Investments? Ist ein Kernkraftwerk nachhaltig, weil es kein Kohlendioxid emittiert? Ist ein Wasserkraftwerk nachhaltig, auch wenn es massiv in die natürliche Flusslandschaft eingreift?“

Zudem sei die Idee, bei der Eigenkapitalunterlegung künftig Abschläge für grüne Investitionen gelten zu lassen, „brandgefährlich“. „Bei der Bankenregulierung muss allein das Risiko zählen – alles andere gefährdet die Finanzmarktstabilität.“


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