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07.03.2018, 16:51 Uhr KONTROVERSE UM STRAFZÖLLE

Ein Lob der EU: Handelsstreit mit USA darf nicht eskalieren

Kommentar von Uwe Westdörp

Eine Stahlblechrolle hängt in Salzgitter auf dem Gelände des Stahlwerks der Salzgitter AG an einem Kran. Stahlexporte in die USA könnten bald mit einem Strafzoll belegt werden.Eine Stahlblechrolle hängt in Salzgitter auf dem Gelände des Stahlwerks der Salzgitter AG an einem Kran. Stahlexporte in die USA könnten bald mit einem Strafzoll belegt werden.

Osnabrück. Europa bereitet sich mit Hochdruck auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle für Stahl und Aluminium vor. Sollte Trump seine Ankündigung wahr machen, müsse man sofort reagieren, heißt es in Brüssel. Auf die Spitze treiben wollen die Europäer den Streit aber nicht. Und das ist gut so. Ein Kommentar.

Gute Nachricht aus Brüssel: Die EU-Kommission reagiert entschlossen, aber nicht übertrieben auf die Ankündigung der USA, Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte zu erheben. Das ist richtig so, denn aus jedem kleinen Feuer kann ein verheerender Flächenbrand werden. Das wäre dann der befürchtete Handelskrieg, der nur Verlierer kennt und die Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks schwer belasten würde.

Ein Zeichen zu setzen, ist aber richtig. Denn nur so wird US-Präsident Donald vielleicht verstehen, wohin Protektionismus führt. Wenn die EU nun Strafzölle auf Produkte wie Erdnussbutter, Whiskey, Jeans und Motorräder ins Spiel bring t, mag das auf den ersten Blick als eine sehr weiche Reaktion erscheinen. Doch handelt es sich um sehr bekannte, typisch amerikanische Produkte. Das erhöht die Aufmerksamkeit für entsprechende Maßnahmen.

Schon jetzt von einem Handelskrieg zu reden, ist im Übrigen übertrieben. Bisher liefern sich beide Seiten allenfalls ein Scharmützel, denn es geht bei Stahl und Aluminium lediglich um zwei Prozent der gesamten EU-Exporte in die Vereinigten Staaten.

Nicht zu unterschätzen ist zudem, dass es auch in den USA breiten Widerstand gegen eine neue Welle des Protektionismus‘ gibt. Diese Kräfte gilt es zu unterstützen.


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