Maritime Wirtschaft Niedersachsens Seehäfen bleiben auf Wachstumskurs

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Volle Ladung: Wilhelmshaven wuchs 2017 beim Umschlagvolumen gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 30,29 Millionen Tonnen. Foto: I. Wagner/dpaVolle Ladung: Wilhelmshaven wuchs 2017 beim Umschlagvolumen gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 30,29 Millionen Tonnen. Foto: I. Wagner/dpa

Oldenburg. Niedersachsens Seehäfen haben das Jahr 2017 mit einem zehnprozentigen Plus beim Güter- und Warenumschlag abgeschlossen. Das Umschlagvolumen kletterte auf 53,4 Millionen Tonnen. Die Landesregierung setzt für die Zukunft auf mehr Digitalisierung und LNG-Flüssiggas - und steuert in diesem Jahr 40 MIllionen Euro bei.

„Das ist für mich hier und heute ein sehr angenehmer und erfreulicher Termin in meiner Heimatstadt“, leitete Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann die gemeinsame Pressekonferenz mit der Hafeninfrastrukturgesellschaft NPorts und der Seaports of Niedersachsen GmbH ein. „Wir registrieren eine sehr positive Entwicklung, auf die wir stolz sein können“, sagte der CDU-Politiker.

Entscheidend dazu beigetragen hat der Umschlag von Containern in Wilhelmshaven sowie von Neufahrzeugen in Emden und Cuxhafen. Am Containerterminal Wilhelmshaven ergab sich ein Plus von 15 Prozent. Die Verschiffung von Autos erreichte mit rund 1,9 Millionen Stück einen neuen Rekord. „Zwei Millionen sind machbar“, spornte Althusmann an. Zuwächse gab es den Angaben zufolge auch bei Kohle und Rohöl.

Althusmann lobte die Leistungsfähigkeit und Kundenorientierung der Hafenumschlagsunternehmen. „Es zahlt sich aus, dass Niedersachsen gezielt in die Häfen-Infrastruktur investiert“, betonte der Minister. Rund 40 Millionen Euro steuert die Landesregierung in diesem Jahr an öffentlichen Geldern bei. „Ich will keine finanziellen Versprechungen für 2019 machen, aber wir sollten dieses Niveau zumindest halten“, sagte Althusmann. Eine Steigerung wäre sicher sinnvoll.

Um die Wettbewerbsfähigkeit der NPorts-Häfen zu sichern, setzt die Hafengesellschaft für die Zukunft auf eine stärkere Digitalisierung und den Einsatz neuer Kommunikationstechniken bei der Hafenlogistik.

WLan an der Hafenkante

Ziel sei es, Abläufe zu optimieren, Ressourcen intelligent einzusetzen und auf diese Weise die Umwelt zu schonen“, sagte NPorts-Geschäftsführer Holger Banik. Noch in diesem Jahr soll die Netzanbindung in den Häfen Brake und Wilhelmshaven als Pilotprojekt ausgebaut werden - „WLan bis an die Hafen-Kante sozusagen“. Mittelfristig sollen alle Häfen damit ausgestattet werden.

Als weiteres Zukunftsthema, das Niedersachsens Häfen nicht verschlafen dürften, bezeichnete Wirtschaftsminister Althusmann den Trend zum Flüssiggas LNG. „Da müssen wir noch in dieser Legislatur die Weichen stellen“, sagte Althusmann. Weltweit seien bereits 36 Länder LNG-Importeure, Tendenz steigend.

Niedersachsen verfüge mit seiner Hafenstruktur, seinen Kapazitäten zur Untergrundspeicherung von Gas und seinem Zugang zu transeuropäischen Gasnetzen über ausgezeichnete Bedingungen, um LNG-Importterminals an der Küste zu errichten. Nun gelte es, die Bereitstellung geeigneter Flächen zu prüfen, um schnellstmöglich privatwirtschaftliche Investitionen zur Verbesserung der LNG-Versorgung in den niedersächsischen Häfen zu unterstützen.

Bundesratsinitiative zu LNG-Flüssiggas

„Bei der neuen Bundesregierung werden wir uns für ein nachhaltig attraktives Investitionsklima für LNG-Terminals einsetzen“, versprach der Minister und kündigte an, möglicherweise eine entsprechende Bundesratsinitiative anzustoßen.

Deutschlands einziger Tiefwasserhafen, der Jade Weser Port in Wilhelmshaven, befinde sich auf gutem Kurs, betonte Althusmann. Man dürfe aber nicht nachlassen bei dem Versuch, neue Liniendienste zu gewinnen und die Beziehungen zu wichtigen Containerreedereien zu pflegen und auszubauen.

Einzelne Häfen im Detail

Der Seehafen Emden konnte deutlich zulegen. Im Vergleich zu 2016 wurden dort im vergangenen Jahr 17 Prozent mehr Güter umgeschlagen, nämlich gut fünf Millionen Tonnen. Mit 1 447 668 Neufahrzeugen gab es bei der Verschiffung von Neuwagen einen Rekord im Hafen an der Ems. Demgegenüber musste Cuxhafen ein Minus um neun Prozent beim Seegüterumschlag hinnehmen, bei der Verschiffung von Autos lag das Volumen um knapp ein Prozent unter dem Vorjahreswert von 478 495 Fahrzeugen.

Ebenfalls rückläufig war der Güterumschlag in Brake. Der Rückgang um etwa elf Prozent geht vor allem auf Einbußen beim Umschlag von Agrargütern zurück. „Temporäre Lieferengpässe und verzögerte Schiffsankünfte zum Jahresende wirkten sich negativ auf den Zellstoffumschlag aus“, erläuterte Seaports Niedersachsen. Im Bereich Stahl hätten Anschlussprojekte bei der Verschiffung von Großrohren gefehlt.

Wilhelmshaven wuchs beim Umschlagsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 30,29 Millionen Tonnen. So wurden mehr Rohöl, Kraftstoffe sowie chemische Grundstoffe wie auch mehr Kohle und Baustoffe an der Jade umgeschlagen.

Auch aus Nordenham kommen positive Zahlen. Das Umschlagsvolumen wuchs um gut ein Viertel auf 3,18 Millionen Tonnen. Allein der Umschlag von Mineralölprodukten legte um 53 Prozent auf 185.144 Tonnen in 2017 zu.

In Stade wuchs der Seegüterumschlag um zwei Prozent auf 5,8 Millionen Tonnen. Hier sorgten vor allem Baustoffe und das in Stade produzierte Aluminiumoxyd und -hydroxyd für das positive Ergebnis.


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