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02.03.2018, 17:53 Uhr CYBER-ATTACKE AUF REGIERUNG

Was wir aus dem Hacker-Angriff lernen können

Kommentar von Marion Trimborn

Hacker sind in deutsche Regierungsnetze eingedrungen. Foto: dpaHacker sind in deutsche Regierungsnetze eingedrungen. Foto: dpa

Osnabrück. Der Angriff auf das deutsche Regierungsnetzwerk war offenbar Teil einer weltweiten Hacker-Attacke. Die dürften in Zukunft noch zunehmen, denn der Cyberraum ist für Geheimdienste, Saboteure und Wirtschaftskriminelle interessant. Auch jeder einzelne Bürger sollte wachsam sein. Ein Kommentar

Auch Spione gehen mit der Zeit. Statt Agenten mit Schlapphüten sind es heute hochqualifizierte IT-Experten, die mit Viren und Ausspähprogrammen geheime Daten abgreifen und Sicherheitsnetze knacken. Dabei verwischen die Grenzen zwischen Spionage, Wirtschaftskriminalität und Kriegsführung immer mehr.

Auch wenn Vieles im Verborgenen bleibt, ist klar: Alle Staaten rüsten ihre Cyber-Armeen auf - nicht nur Russland, auch wenn deren Hacker zuletzt mit Attacken im US-amerikanischen und französischen Wahlkampf für Schlagzeilen sorgten.

Dass wohl russische Hacker das deutsche Regierungsnetzwerk knacken konnten, zeigt, dass Deutschland bei der Cyberabwehr offenbar Nachholbedarf hat. Die Strategie, die Hacker erst mal gewähren zu lassen, um zum Gegenschlag auszuholen, ist aber durchaus riskant. Dass die Bundesregierung über den Angriff erst einmal nicht informierte, ist falsch, denn das verunsichert die Bevölkerung.

Letztlich ist in einer digitalen Welt aber klar: Kein IT-System ist sicher. Das gilt für Regierungsnetze genauso wie für den heimischen Computer. Oft ist der Schwachpunkt dabei der Mensch. Viele private Nutzer gehen mit Passwörtern und Daten viel zu sorglos um. Wer im Internet surft, sollte seinen gesunden Menschenverstand einschalten, seine Passwörter regelmäßig wechseln und Sicherheits-Updates gleich nach Erscheinen aufspielen. Eben einfach wachsam sein.


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