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01.03.2018, 18:34 Uhr KOMMENTAR

Waffengesetze: Trumps aktueller Kurs ist eine Chance

Kommentar von Johannes Giewald

Trump und die mächtige NRA: Der Präsident will schärfere Waffengesetze und ändert damit mal wieder seinen Standpunkt. Foto: Mike Stewart/AP/dpaTrump und die mächtige NRA: Der Präsident will schärfere Waffengesetze und ändert damit mal wieder seinen Standpunkt. Foto: Mike Stewart/AP/dpa

Osnabrück. Wie ernst meint Trump seine Ankündigung zur Verschärfung der Waffengesetze? Sein aktueller Standpunkt klingt vielversprechend, er könnte sich aber jederzeit wieder ändern. Ein Kommentar.

Donald Trump fährt bei den Waffengesetzen derzeit einen Schlingerkurs. Erst stärkt er der Waffenlobby den Rücken, dann zeigt er sich offen für bessere Überprüfung von Käufern. Gestern will er Lehrer bewaffnen, heute strengere Kontrollen. Was kommt morgen?

Es fällt schwer zu erkennen, hinter welchen Aussagen der Präsident steht und womit er nur die einen provozieren oder die anderen besänftigen will. Seine Kehrtwenden kommen beliebig daher.

Aber dennoch: So willkürlich Trumps aktueller Vorstoß auch wirkt, er ist im Kern wie selten von Vernunft bestimmt. Viele Ideen zur Waffenkontrolle sind bereits ausgereift. Wenn der Präsident sein Vorhaben ernst meint, tut sich für die Waffengegner in der amerikanischen Politik eine große Gelegenheit auf. Getragen von einem republikanischen Präsidenten, stehen die Chancen, die Waffengesetze zu verschärfen, wohl aussichtsreicher denn je. Wie erfreulich wäre es, wenn sich aus Trumps eigensinnigem Vorpreschen gegen seine eigene Partei Gesetze ergäben, die auf lange Sicht Leben retten könnten.

Die Hoffnung der Waffengegner dürfte aber gedämpft sein: Man weiß nicht, ob der Präsident nicht schon bald wieder einen ganz anderen Kurs einschlägt. Spätestens wenn die NRA ihn daran erinnert, wer seinen Wahlkampf mit Millionen mitfinanziert hat.


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