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27.02.2018, 15:18 Uhr KOMMENTAR

Gesundheitsminister Spahn: Gerechter wirds nicht

Kommentar von Stefanie Witte

Es klingt, als wolle der designierte Gesundheitsminister für mehr Gerechtigkeit sorgen. Foto: dpaEs klingt, als wolle der designierte Gesundheitsminister für mehr Gerechtigkeit sorgen. Foto: dpa

Osnabrück. Es klingt, als wolle der designierte Gesundheitsminister für mehr Gerechtigkeit sorgen. Taktisch ist das klug – es dürfte den ein oder anderen Wähler besänftigen. Aber: Wenn Spahn nun dafür sorgen will, dass privat und gesetzlich Versicherte gleich schnell an Arzttermine kommen, dreht er ein allzu kleines Rädchen in der großen Gesundheitsmaschine.

Und dazu ausgerechnet die Terminservicestellen besser ausstatten zu wollen, geht am Problem vorbei. Die Hotlines – wenig bekannt und teils schlecht erreichbar – ändern nichts daran, dass Privatpatienten bevorzugt werden.

Das Kernproblem bleibt bestehen: Ärzte bekommen bei gleicher Leistung mehr Geld für die Behandlung eines Privatpatienten. Die Lösung dieses Problems wird gemäß dem Koalitionsvertrag auf absehbare Zeit in eine Arbeitsgruppe abgeschoben. Und es ist nicht zu erwarten, dass Spahn eine Lösung vorantreiben wird – obwohl die Bedingungen für eine große Reform besser denn je sind angesichts eines Finanzpolsters von 28 Milliarden Euro, auf dem allein die gesetzlichen Versicherer hocken.

Doch auch wenn der konservative CDU-Politiker keinen großen Wurf in Sachen Gerechtigkeit und gleiche Honorare wagt, wird er viel zu tun haben: Pflegermangel, Landärztemangel und Krankenhausversorgung werden den Minister fordern.


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