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26.02.2018, 18:38 Uhr AUTOBAUER IN DER KRISE

Opel-Sanierung stockt: Keine sichere Zukunft

Von Marion Trimborn


Die Opel-Sanierung kommt in Deutschland nur schleppend voran. Foto: dpaDie Opel-Sanierung kommt in Deutschland nur schleppend voran. Foto: dpa

Osnabrück. Opel bleibt ein Problemfall. Auch unter dem neuen Eigentümer PSA fährt die Marke mit dem Blitz weiter Verluste ein. Das ist Grund zur Sorge. Wie hart wird der Sparkurs noch werden? Ein Kommentar

Von Anfang an war klar, dass es für Opel nicht einfach werden würde. Seit Jahren fährt die Marke mit dem Blitz von einem Milliardenverlust und Sparprogramm zum nächsten. „Opel, der Zuverlässige“, wie einst ein Werbespruch lautete, hat Glanz und Image verloren, der Marktanteil hat sich in 15 Jahren nahezu halbiert. All das kann auch ein Besitzerwechsel nicht von heute auf morgen ändern. Der neue Eigner PSA braucht vor allem eins: Geduld. Doch ob die vorhanden ist?

PSA-Chef Carlos Tavares muss heftig an der Kostenschraube drehen, damit Opel wieder profitabel wird. Zudem muss die Marke sich auf die Zeit nach dem Verbrennungsmotor einstellen. Opel hat ein Riesenproblem und kann die EU-Abgaswerte, die von 2020 an gelten, nicht erfüllen. Deshalb braucht die Marke mehr Elektroautos.

Doch PSA bündelt das Know-how der Zukunft in Frankreich, Elektromodelle werden dort entwickelt. Dadurch verliert das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim an Bedeutung. Zudem bläst Opel auf dem wichtigen Markt Großbritannien wegen des Brexits der Wind ins Gesicht.

Für die Mitarbeiter ist das Anlass zur Sorge. Wenn die Zahlen nicht bald besser werden, dürfte das Versprechen von PSA, bei der Opel-Sanierung keine Mitarbeiter zu entlassen und keine Werke zu schließen, eher früher als später obsolet sein.


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