Ministerliste mit Knalleffekt Merkels Neue Anja Karliczek kommt aus Tecklenburg

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Jens Spahn (links) wird Gesundheitsminister. CDU-Chefin Angela Merkel bindet so einen Kritik ein. Foto:dpaJens Spahn (links) wird Gesundheitsminister. CDU-Chefin Angela Merkel bindet so einen Kritik ein. Foto:dpa

Berlin. Ministerliste mit Knalleffekt: Die CDU-Abgeordnete Anja Karliczek (46) aus Tecklenburg soll Bildungsministerin werden, wenn die Große Koalition kommt. Mit Jens Spahn (37) als Gesundheitsminister nimmt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) außerdem einen scharfen Kritiker ihrer Politik in Regierungsverantwortung.

Jünger, weiblicher, neue Gesichter – nach diesem Motto wählte die CDU-Vorsitzende sechs Minister aus, von denen „keiner über 60 ist“. Drei Frau und drei Männer vertreten im Kabinett CDU-Politik, falls die SPD-Mitglieder einer Neuauflage der Großen Koalition zustimmen. Das Ergebnis einer Umfrage steht nächsten Sonntag fest.

Die Kanzlerin verteidigte die Nominierung der CDU-Abgeordneten Anja Karliczek als neue Bildungsministerin. Sie gehe davon aus, dass sich Karliczek, eine Betriebswirtin, schnell in die Materie einarbeiten und Neues aufnehmen könne. So wie ein Verteidigungsminister nicht militärische Laufbahnen durchschritten haben müsse, müsse auch eine Wissenschaftsministerin nicht zuvor Wissenschaftlerin gewesen sein, betonte Merkel.

Mit Anja Karliczek, geboren 1971 in Ibbenbüren, bekommt eine junge Frau den Vorzug zum Nachteil bewährter Kräfte wie Hermann Gröhe (57), der für den Posten gehandelt worden war. Merkel sprach von „schmerzlichen Veränderungen“. Auch der bisherige Innenminister Thomas de Maizière (64) aus Dresden, Merkels langjähriger Weggefährte, musste weichen. Dass CSU-Chef Horst Seehofer den Zuschlag für das Innenressort erhielt, stieß bei de Maizère auf Kritik. Er bezweifelte derweil in einem Interview dessen Eignung.

Mit der Benennung von Kanzleramtschef Peter Altmaier (59) als Wirtschaftsminister schickt Merkel dagegen ihren engsten Vertrauten in das einzige, der CDU verbliebene hochkarätige Ressort. Er dürfte es zu einem europapolitischen Bollwerk machen. Die EU-weite Vergemeinschaftung von Schulden zu verhindern erwartet vor allem der Wirtschaftsflügel der Union. Auch den hat die Parteichefin nun zufriedengestellt.

Dass CDU-Präsidiumsmitglied Ursula von der Leyen wie erwartet das Verteidigungsressort behält, begründete Merkel mit dem Hinweis, dass die 59-Jährige Reformen angestoßen habe, die noch nicht abgeschlossen seien. Von der Leyen steht derzeit stark in der Kritik und wird von Militärs wegen gravierender Ausrüstungsmängel der Truppe scharf angegriffen. Dass sie aushalten muss, wird auch als Hinweis gewertet, dass die Niedersächsin als mögliche Merkel-Nachfolgerin von der künftigen CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer überholt worden ist. Allerdings gilt sie als Aspirantin auf den Posten einer EU-Kommissarin.

Die CDU Niedersachsen ist außerdem mit Hendrik Hoppenstedt als Staatsminister im Bundeskanzleramt im Kabinett vertreten. Der Jurist wird für die Bund-Länder-Koordinierung zuständig sein und in dieser Funktion Helge Braun (45 ) ablösen, der als Kanzleramtsminister die Regierungsgeschäfte koodiniert. Landwirtschaftsministerin wird Julia Klöckner (45) aus Rheinland-Pfalz.

Künftig ist das Münsterland mit Karliczek, Spahn und der Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die ihren Posten weitere vier Jahre versehen soll, besonders stark vertreten. Dagegen ist außer Merkel kein ostdeutscher CDU-Politiker mehr im Kabinett vorgesehen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sieht alle seine Forderungen an die Kabinettsliste der CDU-Minister erfüllt. „Das ist das starke Paket, das ich mir immer gewünscht habe“, erklärte er gestern.


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