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23.02.2018, 18:25 Uhr KOMMENTAR

Leid und Tod in Syrien: Barbarisch

Von Melanie Heike Schmidt


Verwundete Kinder, Hunderte tote Zivilisten, Nahrung und Medikamente sind knapp: Die Lage im umkämpften Ost-Ghuta in Syrien spitzt sich dramatisch zu.  Foto: AFPVerwundete Kinder, Hunderte tote Zivilisten, Nahrung und Medikamente sind knapp: Die Lage im umkämpften Ost-Ghuta in Syrien spitzt sich dramatisch zu. Foto: AFP

Osnabrück. Seit sieben Jahren wütet der Krieg in Syrien, ein Ende scheint nicht in Sicht. Nun spitzt sich die Lage in der umkämpften Region Ost-Ghuta nahe Damaskus zu, doch Hilfe lässt auf sich warten. Der Grund: Kollektives Versagen der Mächtigsten der Welt.

Hunderttausende Menschen haben im blutigen Krieg in Syrien schon ihr Leben verloren, aktuell sind im umkämpften Ost-Ghuta 400.000 Menschen bedroht. Sie harren aus in Kellern, zwischen Trümmern, und selbst die wenigen Helfer vor Ort können nicht ins Freie. Denn dort fallen Bomben. Und die Weltgemeinschaft versagt – schon wieder.

Das Einzige, was am UN-Sicherheitsrat sicher scheint, ist die Uneinigkeit. Die Veto-Regel, mit der jedes der fünf ständigen Mitglieder alles blockieren kann, gehört abgeschafft. Dank ihr verlagert sich der Krieg in Syrien – immer schon ein Stellvertreterkrieg – in dieses Gremium. Und auch dort zeigt sich: Einfache Lösungen für Syrien gibt es nicht. Und das Sterben geht weiter. Klar ist aber auch: Selbst Feuerpausen können nur kurzfristig helfen, auch wurde bisher noch jede Waffenruhe gebrochen.

Was also ist zu tun? Zunächst braucht es eine Erkenntnis: Der Krieg in Syrien ist eine globale Katastrophe – und eine Aufgabe für die Mächtigsten der Welt. Würde US-Präsident Donald Trump zur Friedenskonferenz rufen, kraftvoll unterstützt von der EU, die endlich Stärke zeigen mus, dann könnte die Tragödie von Syrien vielleicht ein Ende finden. Aber Trump schaut weg. Ist das weniger barbarisch als Russlands Blockadetaktik im Sicherheitsrat?


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