Tafel-Aufnahmestopp Caritas-Präsident: Hilfebedürftige nicht gegeneinander ausspielen

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Der Aufnahmestopp für Ausländer bei der Essener Tafel hat heftige Kritik ausgelöst. Foto: dpaDer Aufnahmestopp für Ausländer bei der Essener Tafel hat heftige Kritik ausgelöst. Foto: dpa

Osnabrück. Der Aufnahmestopp für Ausländer bei der Essener Tafel hat heftige Kritik ausgelöst. Caritas-Präsident Peter Neher ist besorgt über die Entscheidung und warnt vor einer populistischen Debatte.

Neher warnte in einem Gespräch mit unserer Redaktion davor, Hilfebedürftige gegeneinander auszuspielen. „Es ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt außerordentlich gefährlich, wenn hilfebedürftige Menschen gegeneinander ausgespielt werden.“ Der Caritas-Präsident riet allen Verantwortlichen zu Besonnenheit bei diesem Thema und warnte vor „einer populistischen Debatte, die hilfebedürftige Menschen verletzt.“

Neher besorgt über Aufnahmestopp in Essen

Über den Aufnahmestopp für Migranten in Essen zeigte sich der Caritas-Präsident besorgt: „Die Verantwortlichen einer Tafel in Essen haben eine Entscheidung getroffen, die mir - nicht nur wegen der großen öffentlichen Aufmerksamkeit, die sie erzielt - Sorgen macht.“ Tafeln wollten den Menschen helfen, die der Solidarität der Gemeinschaft in besonderer Weise bedürften.

Deutschlandweit gibt es rund 930 Tafeln. Sie verteilen Lebensmittel, die beispielsweise Supermärkte gespendet haben. Wer Kunde bei einer Tafel werden will, muss seine Bedürftigkeit nachweisen, etwa über einen Hartz-IV-Bescheid.

Viel Kritik an Essener Entscheidung

Caritas-Präsident Peter Neher ist besorgt über den Tafel-Aufnahmestopp in Essen und warnt vor einer populistischen Debatte. Foto: dpa

Die Essener Tafel steht wegen ihrer Ankündigung, nur noch Deutsche als Neukunden aufzunehmen, in der Kritik. Der Vorsitzende der Tafel in Essen, Jörg Sartor, hatte beklagt, dass Flüchtlinge und Zuwanderer ältere und alleinstehende Tafelkunden - etwa ältere Frauen und alleinerziehende Mütter - verdrängt hätten.


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