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22.02.2018, 18:05 Uhr KOMMENTAR

Krankenkassen-Überschüsse müssen Versicherten zu Gute kommen - aber mit Maßen

Kommentar von Thomas Ludwig

Die Reserven in der gesetzlichen Krankenversicherung steigen auf Rekordniveau. Foto: dpaDie Reserven in der gesetzlichen Krankenversicherung steigen auf Rekordniveau. Foto: dpa

Osnabrück. Deutschlands Krankenversicherung sammelt ein Geldpolster von 28 Milliarden Euro an. Das klingt verführerisch. Doch Vorsicht. Denn der Überschuss beruht vor allem auf der soliden Konjunktur - und die brummt nicht auf immer und ewig.

Den Krankenkassen geht es so gut wie lange nicht. Sie haben solide gewirtschaftet, nicht zuletzt Strukturen verschlankt und gute Verträge mit der Pharmaindustrie ausgehandelt. Das ist erfreulich, wie immer, wenn es klingelt in den Kassen. Das sollten auch die Versicherten zu spüren bekommen, beispielsweise über eine Senkung der Zusatzbeiträge. Aber bitte mit Maß. Denn die Ausgaben im deutschen Gesundheitssystem sind nach wie vor enorm; dafür ursächlich sind eine immer älter werdende Bevölkerung und eine technisch immer anspruchsvollere Versorgung. Eine neue Bundesregierung sollte finanzielle Spielräume für geplante Mehrausgaben im Gesundheitssystem nicht übertrieben nutzen.

Schönheitsfehler

Denn die satten Überschüsse haben einen Schönheitsfehler: Sie beruhen vor allem auf der hohen Zahl sozialabgabenpflichtig Beschäftigter und brummender Konjunktur – die aber wird nicht auf immer und ewig so stabil sein. Das lehrt die Erfahrung. Die finanziellen Rücklagen sind also kein Ruhekissen, auf dem es sich Krankenkassen und Politik bequem machen können.

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