Bronzekopf im Präsidialamt Wulff wieder im Bellevue – mit mildem Lächeln

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l-r), der Bildhauer Bildhauer Bertrand Freiesleben und das ehemalige Staatsoberhaupt Christian Wulff enthüllen im Bundespräsidialamt eine Bronzebüste von Wulff. Er ist der zehnte Präsient, der so geehrt wird. Foto:dpaBundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l-r), der Bildhauer Bildhauer Bertrand Freiesleben und das ehemalige Staatsoberhaupt Christian Wulff enthüllen im Bundespräsidialamt eine Bronzebüste von Wulff. Er ist der zehnte Präsient, der so geehrt wird. Foto:dpa

Berlin. Mit mildem Lächeln und freundlichem Blick – so kehrt Christian Wulff in das Bundespräsidialamt zurück. Als Bronzebüste hat er – wie seine Vorgänger – in der Eingangshalle einen Ehrenplatz gefunden. „Herzlich willkommen, Herr Bundespräsident!“ – sehr freundlich empfing Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier den gebürtigen Osnabrücker.

„Sie haben wichtige Dinge bewegt!“, würdigt Steinmeier seinen Vorvorgänger. „Sie haben unser Land politisch mitgeprägt, auf allen Ebenen unserer Demokratie: im Stadtrat von Osnabrück, im Landtag von Hannover, als Ministerpräsident Niedersachsens. Und als zehnter Bundespräsident der ,bunten Republik Deutschland‘, wie Sie es in Ihrer Antrittsrede formulierten.“

Wulffs Amtszeit war kurz, sie endete vor sechs Jahren mit seinem Rücktritt nach knapp 20 Monaten. Der Verdacht der Vorteilsannahme stand im Raum – ein Gericht sprach den Juristen später davon frei. Ist er heute mit sich im Reinen? „Im Großen und Ganzen ja“, sagt Wulff am Rande der kleinen Feier, bei der die Skulptur enthüllt wurde. „Ich denke dankbar an die Zeit als Bundespräsident zurück, auch wenn dies manchen verwundert.“ Er habe beeindruckende Menschen getroffen und Anstöße geben können. „Offenheit für Fremde und Fremdes“ habe er erreichen wollen.

Neugier, Fröhlichkeit und Offenheit – dies erkennt der 58-Jährige auch an seinem Bronzekopf. Auf der Terrasse seines Hauses in Großburgwedel saß er dem Künstler Bertrand Freiesleben Modell. „Die Kinder der beiden, des Bundespräsidenten und des Künstlers, spielten dabei im Garten gemeinsam Fußball“, berichtet Steinmeier. „Zum Glück haben Sockel und Büste das unbeschadet überstanden“, fügt er lachend hinzu.

Heitere Momente also im Präsidialamt, aber auch ernste Mahnungen. „Mich bedrückt, dass die liberale Demokratie heute in großer Gefahr ist, und zwar mehr als vor Jahren“, sagt der Ex-Präsident. Und auch der tiefe Fall des SPD-Chefs Martin Schulz macht Wulff Sorgen: „Wenn man so schnell vom Messias zum Gekreuzigten werden kann, wird es schwer, Menschen zu Engagement für die Demokratie zu bewegen.“


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