Ein Bild von Marion Trimborn
21.02.2018, 18:41 Uhr NACH MASSAKER AN US-SCHULE

Waffenrecht verschärfen? Längst überfällig in den USA

Kommentar von Marion Trimborn

Nach dem Amoklauf von Florida erwägt US-Präsident Donald Trump eine Verschärfung der Waffengesetze. Foto: dpaNach dem Amoklauf von Florida erwägt US-Präsident Donald Trump eine Verschärfung der Waffengesetze. Foto: dpa

Osnabrück. Nach jedem Amoklauf beginnt wieder eine Debatte über die Verschärfung des Waffenrechts in den USA. So auch nach dem Massaker in Florida. US-Präsident Donald Trum will nun Dauerfeuer-Vorrichtungen bei Waffen verbieten lassen - das ist aber viel zu wenig. Ein Kommentar

Der einzige Weg, einen bösen Kerl mit Knarre zu stoppen, ist ein guter Kerl mit Knarre - so lautet das Motto der US-Waffenlobby NRA. Das ist deren grundsätzliche Logik, sogar bei Amokläufen. Eine andere ist, die Waffengesetze zu verschärfen. Seit Jahren gibt es solche Versuche, doch passiert ist nicht wirklich viel.

Selbst der demokratische Präsident Barack Obama, der 2012 öffentlich um die 28 toten Kinder eines Amoklaufs an einer Grundschule in Connecticut weinte, schaffte nur Reförmchen - die sein Nachfolger Donald Trump wieder zurückdrehte. Nun scheint aber selbst Trump ins Grübeln zu kommen. Wie groß das Problem ist, zeigen die Zahlen: Mehr als 15 000 Amerikaner sterben jedes Jahr durch Schusswaffen, immer wieder gibt es einen Vorfall an einer Schule oder Universität.

Immerhin will der US-Präsident nun Dauerfeuer-Vorrichtungen an Waffen verbieten lassen. Das ist natürlich viel zu wenig. Doch viele seiner Anhänger sind schon jetzt empört. So verstörend es auch ist: Eine Menge Amerikaner sind Waffennarren. Seit 1791 garantiert der zweite Verfassungszusatz jedem Amerikaner, eine Waffe besitzen zu dürfen.

Dennoch: Auch in den USA sollte sich die Erkenntnis durchsetzen, dass der Besitz von Waffen sorgfältig geregelt und beschränkt werden muss. Ein Bürger braucht keine Kriegswaffen. Der landesweite Aufstand der Teenager gegen die laxen Waffengesetze und die Unterstützung von Hollywood-Stars wie George Clooney zeigen, dass sich auch in Amerika etwas tut. Ob das wirklich bis ins Weiße Haus vordringt, bleibt aber offen.


Der Artikel zum Kommentar