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21.02.2018, 18:14 Uhr KOMMENTAR

Null-Toleranz-Strategie gegen Fußballchaoten nötig

Kommentar von Michael Clasen

Wer soll die Kosten für die Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen tragen? Bremen und die Deutsche Fußball Liga liefern sich einen Rechtsstreit um diese Frage. Es geht um viele Millionen. Foto: dpaWer soll die Kosten für die Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen tragen? Bremen und die Deutsche Fußball Liga liefern sich einen Rechtsstreit um diese Frage. Es geht um viele Millionen. Foto: dpa

Osnabrück. Das kann teuer werden für den deutschen Fußball. Bremen darf die Deutsche Fußball Liga (DFL) grundsätzlich an Mehrkosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen beteiligen. Ein Kommentar

Noch das ist das Bremer Fußball-Urteil nicht rechtskräftig. Noch könnte das Bundesverwaltungsgericht final verhindern, dass der Steuerzahler bei Hochrisikospielen um viele Millionen Euro entlastet wird. Doch der kleine Stadtstaat hat im Streit gegen die mächtige Deutsche Fußball Liga einen wichtigen Erfolg erzielt. Nach zwei Instanzen steht es jetzt 1:1 – mit kleinem Vorteil für die mutig aufspielende Bürgerschaft.

Zweifelsohne muss der Staat für die Sicherheit im Umfeld von Stadien sorgen. Die Vereine geben der Gesellschaft viel: Fußball ist Kult, begeistert Millionen aus allen Schichten und bringt Kinderaugen zum Glänzen. Doch es ist unfair, dass die Allgemeinheit die Kosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen übernehmen muss. Dass sich die Vereine an den horrenden Ausgaben beteiligen, ist geboten – allein schon der disziplinierenden Wirkungen wegen.

So wächst der finanzielle Druck, verstärkt gegen die Problemfanszene vorzugehen. Denn trotz aller Präventionsarbeit ist es nicht gelungen, die Exzesse zu unterbinden. Würden die Vereine künftig im Rahmen einer Null-Toleranz-Strategie mehr lebenslängliche Stadionverbote aussprechen, hätte am Ende auch der Fußball gewonnen.


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