Ein Bild von Uwe Westdörp
21.02.2018, 17:49 Uhr BUNDESVERWALTUNGSGERICHT ENTSCHEIDET

Vor Urteil zu Fahrverboten: Dumm, dümmer, Dieselfahrer

Kommentar von Uwe Westdörp

Dichter Verkehr schiebt sich über den Mittleren Ring in München. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt über die Frage, ob Diesel-Fahrverbote rechtlich zulässig sind. Foto: dpaDichter Verkehr schiebt sich über den Mittleren Ring in München. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt über die Frage, ob Diesel-Fahrverbote rechtlich zulässig sind. Foto: dpa

Osnabrück. Dumm, dümmer, Dieselfahrer: Nach dieser Logik haben Politik und Industrie Millionen von Autofahrern im Stich gelassen. Das muss sich endlich ändern. Ein Kommentar.

Dicke Luft in den Straßen, Tausende von Toten durch den vor allem von Autos verursachten hohen Schadstoffausstoß: Das kann, das darf nicht so bleiben. Doch sind Fahrverbote für Diesel der richtige Weg? Sind sie überhaupt zulässig?

Wie auch immer das Bundesverwaltungsgericht am Donnerstag entscheidet: Wer die Gesundheit der Menschen in den Vordergrund stellt, kann Verbote nicht ausschließen. Sie sind das effektivste Mittel, die Luftbelastung zu verringern.

Dennoch muss es nicht so weit kommen, dass alle alten Diesel aus den Innenstädten verbannt werden. Nachrüstungen sind möglich, wie der ADAC gerade noch einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Die Frage ist aber, wer das bezahlt. Die in Geld schwimmende Autoindustrie bietet nur eine wenig wirksame Billiglösung an. Die Autofahrer, die nicht das versprochene Qualitätsprodukt, sondern Dreckschleudern gekauft haben, werden dadurch ein zweites Mal für dumm verkauft. Kämen nun noch Fahrverbote hinzu, wäre das der dritte Tiefschlag.

Es ist deshalb an der Zeit, die Hersteller in die Pflicht zu nehmen – am besten sofort, auf jeden Fall aber in der Zukunft. Deutsche Verbraucher brauchen ähnliche Rechte wie Amerikaner – inklusive Sammelklagen und angemessener Entschädigung.