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20.02.2018, 18:17 Uhr DIE TRUPPE IN DER KRISE

Was sich bei der Bundeswehr wirklich ändern muss

Kommentar von Marion Trimborn

Die Bundeswehr hat einen Berg an Problemen. Foto: dpaDie Bundeswehr hat einen Berg an Problemen. Foto: dpa

Osnabrück. Die Bundeswehr als attraktiver Arbeitgeber? Weit gefehlt. Der Wehrbeauftragte zeichnet ein desaströses Bild der Truppe, die unter Nachwuchsproblemen leidet. Die 2011 begonnene Bundeswehrreform ist offenkundig gescheitert. Jetzt muss sich schnell etwas ändern, auch beim Personal. Ein Kommentar

Von wegen attraktiver Arbeitgeber. Immer weniger junge Menschen zieht es zum freiwilligen Dienst in die Bundeswehr, die ein echtes Nachwuchsproblem hat. Kein Wunder. Den Mangel zu verwalten und kaputte Panzer zu bewachen, ist sicher kein Anreiz, sich zu bewerben. Und dann noch marschieren bis zum Umfallen, wie in der skandalumwitterten Kaserne Pfullendorf, die schon wegen qualvoller Aufnahmerituale in die Schlagzeilen geriet. Das zieht sich durch: Auch auf höherer Ebene sind 21 000 Posten von Offizieren und Unteroffizieren nicht besetzt.

Ziel verfehlt

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat ihr Ziel klar verfehlt, die Truppe attraktiver zu machen. Kindertagesstätten und Werbefilmchen sind ein nettes Tüpfelchen auf dem i, interessieren aber nur am Rande. Wo Soldaten in den Einsatz ziehen müssen, muss zuallererst die Ausrüstung komplett und tauglich sein. Und genau da hapert’s, wie die Pannen vom Sturmgewehr G36 bis zum Transportflugzeug A400M zeigen. Die 2011 begonnene Bundeswehrreform ist offenkundig gescheitert.

Soldaten brauchen bessere Bedingungen

Zwar sind Wille und Geld im politischen Berlin da, die Bundeswehr zu modernisieren. Ganz vorne muss die Beschaffung neuer Waffenarsenale stehen - was die Große Koalition ja zumindest beschleunigen will. Mal abwarten, ob das auch so kommt. Aber auch im Personalwesen muss sich etwas ändern: Die Truppe darf Soldaten nicht mit Zeitverträgen abspeisen und muss Ausbilder genau unter die Lupe nehmen.


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