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20.02.2018, 17:51 Uhr UNICEF-BERICHT

Hinsehen, wenn Babys keine Chance haben

Kommentar von Uwe Westdörp

Auf der Flucht: afghanische Mutter mit ihrem Baby in einem Lager in der Nähe von Quetta (Pakistan). Foto: AFPAuf der Flucht: afghanische Mutter mit ihrem Baby in einem Lager in der Nähe von Quetta (Pakistan). Foto: AFP

Osnabrück. Der Kampf ums eigene Überleben beginnt für Millionen Menschen in armen Ländern schon am Tag ihrer Geburt. Die Sterblichkeit Neugeborener ist hoch. Hinsehen und Helfen tun Not - doch stattdessen werden Milliarden für irre Rüstungsprojekte verschwendet. Und es gibt noch viele weitere Probleme. Ein Kommentar.

Geboren, um sofort zu sterben: Der neue Unicef-Bericht über die Sterblichkeit von Babys ist ein erschütterndes Dokument des Leids und des Scheiterns. Jährlich eine Million Mädchen und Jungen überleben nicht mal ihren Geburtstag – und dies, obwohl es theoretisch ein Leichtes wäre, die Sterblichkeit zu senken. So kosten Desinfektionsmittel nicht die Welt. Auch die Versorgung mit sauberem Wasser ist meist kein Zauberwerk.

In der Praxis scheitert die Hilfe allerdings an fundamentalen Hindernissen: Krieg, Terror, Vertreibung, Korruption und schlechte Regierungsführung halten Milliarden Menschen in Armut und Unterentwicklung gefangen und fordern Massen von Opfern – vor allem unter den Schwächsten.

Unicef bringt damit in Erinnerung, wo die großen Herausforderungen der Zeit liegen: in humanitärer Hilfe und in Entwicklungshilfe. Hinzu kommen müssen der Aufbau eines fairen Handels, ein Ende von Ausbeutung und Unterdrückung und ein nachhaltiger Kampf gegen den zerstörerischen Klimawandel.

Große Fortschritte gibt es leider nicht. Stattdessen stehen die Atommächte vor einem neuen Wettrüsten, das hunderte von Milliarden Dollar verschlingen wird, um nur ein Beispiel zu nennen. Gigantische Ressourcen werden damit verschwendet – Geld, das an anderer Stelle fehlt.


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