Lima darf nicht über Groko abstimmen „Bild“-Zeitung meldet Hund als SPD-Mitglied an

Von Lorena Dreusicke

Die „Bild“-Zeitung hat einen Hund als Parteimitglied der SPD angemeldet. Angeblich, um zu zeigen, wie der Mitgliederentscheid über eine Große Koalition manipuliert werden kann. Symbolfoto: imago/Petra SchneiderDie „Bild“-Zeitung hat einen Hund als Parteimitglied der SPD angemeldet. Angeblich, um zu zeigen, wie der Mitgliederentscheid über eine Große Koalition manipuliert werden kann. Symbolfoto: imago/Petra Schneider 

Osnabrück. Kann der SPD-Mitgliederentscheid zur Großen Koalition manipuliert werden? Das wollte die „Bild“-Zeitung testen und beantragte nach eigenen Angaben erfolgreich die Parteimitgliedschaft für einen Hund. Die SPD will den Eintritt wieder rückgängig machen.

Rund 463.000 SPD-Mitglieder dürfen seit dem heutigen Dienstag über eine Neuauflage der Großen Koalition abstimmen. Ja oder Nein zum Regierungsbündnis unter Kanzlerin Angela Merkel – darüber darf auch Hündin Lima entscheiden, berichtet die „Bild“-Zeitung. Das Boulevardblatt habe den Hund rechtzeitig als Parteimitglied angemeldet.

Die SPD teilte am Dienstag jedoch mit, dass kein Hund am Mitgliedervotum teilnehmen werde. Es handele sich um eine „Fake-Mitgliedschaft“, sagte ein SPD-Sprecher in Berlin. „Wir prüfen, ob wir die Mitgliedschaft annullieren können, da sie offensichtlich mit Täuschungsabsicht erstellt worden ist.“

Dem „Bild“-Bericht zufolge mussten für den SPD-Eintritt online einige Daten angegeben werden: Name („Lima“), Geschlecht („weiblich“), Alter („21“ in Hundejahren), Adresse und Bankverbindung (der Hundehalterin) und Beruf („erwerbslos“). Eine E-Mail habe den Antrag bestätigt. Kurz nach Ablauf der Frist für Neumitglieder, die beim Mitgliedervotum teilnehmen können, sei Lima von der SPD-Landesgeschäftsführerin als Neumitglied begrüßt worden. Zwischen Anmeldung und Aufnahme in die Partei lagen laut „Bild“ etwas mehr als zwei Stunden.

Wer prüft die Anträge?

Die Prüfung der Mitgliedsanträge obliegt nach den SPD-Statuten dem jeweiligen Ortsverein. Wie genau die Identitätsprüfung erfolgt, entscheide der örtliche Vorstand, sagte ein SPD-Sprecher gegenüber „Bild“. Auf Melderegister dürften Parteien in Deutschland nicht zugreifen: „Grundsätzlich heißen wir neue Mitglieder willkommen und gehen von der Richtigkeit der Angaben zur Identität aus.“ In vielen Fällen führe der zuständige Ortsverein noch ein Telefonat mit den Interessenten. In Limas Antrag habe eine Telefonnummer gefehlt, sagte der SPD-Sprecher.

Rechtliche Schritte gegen die „Bild“-Zeitung könnten nun folgen. Denn wer absichtlich falsche Angaben zu seiner Identität macht, kann strafrechtlich verfolgt werden. Die Frage ist, ob die tierische Unterwanderung aufgeflogen wäre, wenn die „Bild“-Zeitung nicht darüber berichtet hätte: Die Zeitung hält durch ihren Test fragwürdige Parteieintritte für möglich. Die SPD pocht mit Blick auf den Antrag darauf, dass kein Hund in die SPD eingetreten ist.

(Mit dpa)