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19.02.2018, 19:01 Uhr SCHLECHTE AUSRÜSTUNG

Mängel bei der Bundeswehr: Der Realitätsverlust einer Ministerin

Kommentar von Marion Trimborn

Die Bundeswehr ist nur noch bedingt einsatzbereit. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verspricht den Nato-Partnern dennoch mehr Einsatz. Foto: dpaDie Bundeswehr ist nur noch bedingt einsatzbereit. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verspricht den Nato-Partnern dennoch mehr Einsatz. Foto: dpa

Osnabrück. Auf der Weltbühne verspricht Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen unverdrossen, Deutschland werde militärisch mehr Aufgaben übernehmen. Wie soll das gehen? In der Truppe herrscht Mängelverwaltung, die Ausrüstung ist veraltet oder funktioniert nicht. Dabei steht Deutschlands Ruf auf dem Spiel. Ein Kommentar.

Die Alarmmeldungen über den katastrophalen Zustand der Bundeswehr sind inzwischen schon Routine. Dennoch bleiben sie ärgerlich - und unverständlich. Wie kann es sein, dass sich seit Jahren nichts bessert? Dass Panzer nicht fahren und Hubschrauber nicht fliegen können, ist einfach nur peinlich. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen scheint das aber nicht zu stören. Unverdrossen verspricht die Ministerin, die mal wieder als Nato-Chefin im Gespräch ist, auf der Weltbühne, dass Deutschland militärisch mehr Verantwortung übernimmt. Wie soll das bitte gehen?

In der Truppe glauben dagegen immer mehr, dass die vielen Einsätze in Afghanistan, in Mali und im Mittelmeer personell und materiell kaum noch zu stemmen sind. Ja, es stimmt, dass die Ausrüstung unter dem jahrelangen Sparkurs gelitten hat und es dauert, das aufzuholen. Aber von der Leyen ist seit vier Jahren die oberste Befehlshaberin der Truppe, sie hatte Zeit genug. Ihre stets angekündigte Trendwende muss jetzt endlich mal kommen, Geld ist ja durchaus im Budget. Aber von der Leyen setzt lieber auf PR-trächtige Projekte wie eine Cybertruppe und vernachlässigt darüber das Kerngeschäft. Es geht aber nicht nur um die Bilanz der Ministerin - sondern auch darum, den guten Ruf des Nato-Mitglieds Deutschland zu retten.


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