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18.02.2018, 18:42 Uhr KOMMENTAR

Union droht wie der SPD der Untergang als Volkspartei

Kommentar von Michael Clasen

Was bleibt von der Union übrig, wenn Angela Merkel (CDU) als Kanzlerin aufhört? Foto: dpaWas bleibt von der Union übrig, wenn Angela Merkel (CDU) als Kanzlerin aufhört? Foto: dpa

Osnabrück. Union und SPD haben Deutschland Jahrzehnte politischer Stabilität beschert. Von Jahr zu Jahr schwanden jedoch ihre Bindungskräfte. Nun ist die Krise offensichtlich.

Die SPD hat sich bereits als Volkspartei verabschiedet. Doch auch CDU und CSU sind nach den Wahlschlappen verunsichert. Viele Anhänger fragen sich, was von ihren Parteien noch übrig ist, wenn Angela Merkel mit dem Kanzleramt fertig ist.

Konservatismus kein Markenkern der CDU?

Was Merkel den Christdemokraten zumutet, ist in der Tat schwindelerregend. Da wird mal vor Multikulti gewarnt, um schließlich die Grenzen zu öffnen. Dabei ist das Verständnis für syrische Kriegsflüchtlinge groß, aber für Armutsmigranten aus aller Welt? Ob Atomausstieg, Wehrpflicht, Ausstattung von Polizei und Bundeswehr oder europäische Schuldenunion: Immer mehr Unions-Anhänger fühlen sich wie Opfer eines Etikettenschwindels. Wo Merkel draufsteht, muss nichts Schwarzes drin sein. Wenn Armin Laschet, immerhin Vize-Parteichef, jetzt auch noch erklärt, der Konservatismus sei kein Markenkern der CDU, dann muss die Verwirrung im Konrad-Adenauer-Haus groß sein. Will die Union weiter nach links rücken und die Mitte der FDP überlassen? Oder gar der AfD?

Abbild der Zukunft

Das politische System wird unübersichtlicher, weniger berechenbar, ja chaotischer. Die Dramen um Jamaika und Groko sind keine Ausnahme, sondern Abbild der Zukunft. Deutschland auf gutem Kurs zu halten wird so enorm erschwert.


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