Organisierte Kriminalität BKA-Chef Münch warnt: Einbrecherbanden verlagern ihre Aktivitäten

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Osnabrück. Verbrecherbanden erzielen weltweit einen Jahresumsatz von umgerechnet rund 800 Milliarden Euro - Tendenz stark steigend. Auch in Deutschland breiten sich die Clans und Organisationen aus. Nach einem starken Anstieg sind die Einbruchszahlen zuletzt gesunken. Wegen des Fahndungsdrucks weichen die Banden aus und suchen sich neue Geschäftsfelder, warnt der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch.

Wo sehen Sie derzeit die größte Herausforderung im Bereich Organisierte Kriminalität in Deutschland?

Das größte Problem ist die Anpassungsfähigkeit und Dynamik der Täter – was bedeutet, dass die Polizei schnell und flexibel reagieren muss. Nehmen Sie das Beispiel Wohnungseinbruch: Wir haben durch gezielte Maßnahmen den Druck auf organisierte Wohnungseinbrecher erhöht, die Zahlen sind gesunken. Nun sehen wir, dass die Banden ihre Aktivitäten auf andere Bereiche verlagern. Deshalb ist es wichtig, dass wir solche Tendenzen erkennen und flexibel reagieren. Einen wichtigen Beitrag, um dies künftig noch besser zu können, wird auch die neue, noch modernere IT-Struktur der deutschen Polizei leisten, die wir gerade im Bundeskriminalamt aufbauen.

Glauben Sie, dass die osteuropäischen Einbrecherbanden, die Deutschland eine Zeit lang unsicher gemacht haben, nun das Land meiden?

Wir erwarten einen weiteren Rückgang bei den Einbruchszahlen. Je nachdem, wo sich Tatgelegenheiten ergeben, kann sich dies allerdings auch wieder ändern. Deshalb müssen wir wachsam bleiben und dürfen nicht nachlassen.

Bei einer Großrazzia hat die Polizei kürzlich 160 Mitglieder der Mafia festgenommen, 11 davon in Deutschland. Hat die Mafia auch Deutschland im Griff?

Nein, das hat sie nicht. Wir wissen, dass die italienische Mafia Deutschland auch als Rückzugsraum nutzt. Etwa um illegal erworbenes Vermögen zu sichern, damit es nicht in Italien beschlagnahmt wird. Wir arbeiten eng und erfolgreich mit Italien zusammen, was die kürzlich stattgefundenen Festnahmen auch zeigen. Diese Zusammenarbeit ist wichtig, denn in Europa darf es nirgendwo Rückzugsräume für die Mafia geben.


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