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15.02.2018, 20:40 Uhr KOMMENTAR

Unfähigkeit der Nato-Partner beenden

Kommentar von Thomas Ludwig

Viel zu bereden: US-Außenminister Rex Tillerson (l.) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Foto: AFPViel zu bereden: US-Außenminister Rex Tillerson (l.) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Foto: AFP

Osnabrück . In der angespannten Situation in Nordsyrien scheint nichts ausgeschlossen, nicht einmal Gefechte zwischen Nato-Partnern. In der Münchner Sicherheitskonferenz könnte eine Chance zur Entspannung liegen.

Man mag es sich nicht vorstellen. Nachdem die Türkei den USA mit einer „osmanischen Ohrfeige“ gedroht hat, könnten im Nordwesten Syriens demnächst tatsächlich türkische und amerikanische Truppen gegeneinander kämpfen. Denn während Washington die dortigen Kurden der YPG im Kampf gegen den Islamischen Staat unterstützt, gelten ebenjene Kurden der Regierung in Ankara als Terroristen, die militärisch zu bekämpfen sind. Droht als Kollateralschaden ein Krieg zwischen Nato-Partnern?

Nichts scheint mehr ausgeschlossen. Immer häufiger besteht „Diplomatie“ internationaler Akteure darin, einander aufzuputschen und ihr Gegenüber zu diskreditieren.

Da kommt die Münchener Sicherheitskonferenz in diesem Jahr zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt. Miteinander im Gespräch zu bleiben ist in spannungsgeladenen Zeiten schon ein Wert an sich. Die Lage in Syrien ist explosiv. Es wird Zeit, dass die USA und die Türkei rhetorisch abrüsten und sich die Gefährlichkeit bewusst machen, die von einer militärischen Konfrontation zweier Nato-Partner für die Sicherheit in der Region ausgeht.

Vertrauliche Gespräche am Rand der Sicherheitstagung könnten zur Entschärfung beitragen. Ankara und Washington müssen dringend neues Vertrauen zueinander fassen – ohne Empathie wird das nicht gehen.


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