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15.02.2018, 18:13 Uhr LAND OHNE LÖSUNG

Mehr als 10000 zivile Opfer: Abgrund Afghanistan

Kommentar von Uwe Westdörp

Auch sie werden immer wieder zu Opfern von Terror und Gewalt: Kinder in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Foto: dpaAuch sie werden immer wieder zu Opfern von Terror und Gewalt: Kinder in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Foto: dpa

Osnabrück. Gewalt und Leid ohne Ende: Afghanistan ist und bleibt ein Land am Abgrund - trotz aller militärischer und sonstiger Anstrengungen. Ein Kommentar.

Es ist ein winzig kleiner Lichtblick: Die Zahl der zivilen Kriegsopfer in Afghanistan ist im vergangenen Jahr um neun Prozent zurückgegangen. Allein, damit hat es immer noch mehr als 10 000 Tote und Verletzte gegeben – wohlgemerkt unbeteiligte Männer, Frauen und Kinder. Die Zahl getöteter und verletzter Kämpfer auf allen Seiten kommt noch hinzu.

Und das Schlimmste: Ein Ende des Grauens ist nicht abzusehen. Allein seit Mitte Januar sind bei Anschlägen von Extremisten mehr als 130 Menschen ums Leben gekommen.

Ratlos steht die Welt vor diesem Abgrund an Terror, Gewalt und Leid. Selbst mithilfe von zeitweise 130000 ausländischen Soldaten und Hunderten von Milliarden Dollar Aufbauhilfe ist es nicht gelungen, die Lage in Afghanistan nachhaltig zu stabilisieren. Radikalislamische Taliban, die Killermiliz IS, regionale Warlords und korrupte Clans bestimmen immer noch oder schon wieder das Geschehen in Afghanistan.

Das Dilemma ist offensichtlich: Militärisch lassen sich die Probleme nicht lösen. Auch der Verhandlungsweg ist aber versperrt, denn wer verhandelt schon mit Terroristen. Alles spricht deshalb dafür, dass Afghanistan noch über Jahrzehnte ein Krisenherd bleiben wird und dementsprechend viele weitere Flüchtlinge Schutz benötigen werden.